Sonntag, 20. Juli 2014

[Blogtour] Blind Walk - Interview mit Patricia Schröder



Hallo meine Lieben,

 heute ist der letzte Tag unserer Blogtour.

Diese möchten wir mit einem Interview mit der Autorin persönlich abschließen.

Danke nochmal an Patricia Schröder, dass sie sich die Zeit genommen hat unsere Fragen zu beantworten.


Wie kamen Sie zum Schreiben? 
Ich weiß, das klingt ein bisschen abenteuerlich, aber ich bin da einfach so reingerutscht. Die ersten 35 Jahre meines Lebens wusste ich gar nicht, dass ich das kann. Es hat wohl in mir geschlummert und bloß auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Und der war gekommen, als ich Christian Bieniek kennenlernte (einen Kinder- und Jugendbuchautoren, der vor einigen Jahren sehr beliebt war, inzwischen aber leider verstorben ist), der in mir die Lust aufs Schreiben weckte und später auch den ersten Kontakt für mich machte. Dazu kamen ein Umzug und der damit verbundene Umstand, dass ich in meinem eigentlichen Beruf (Textildesignerin) nicht mehr ausüben konnte.



Was machen Sie, wenn Sie eine Schreibblockade haben?

Schreibblockkaden habe ich so gut wie nie – zum Glück. Mein Problem ist eher, dass ich Geschichten nicht beenden kann oder will. Kurz vor dem Ende höre ich auf zu schreiben, obwohl ich weiß, wie es ausgeht. Und nur der Druck, der durch den vertraglich vereinbarten Erscheinungstermin entsteht, bringt mich letztendlich dazu, den Roman zu beenden. Es ist eine seltsame Macke, die ich mir nicht erklären kann. Ich habe auch noch keine(n) KollegIn getroffen, der/dem es ähnlich geht.



Gibt es etwas auf, dass Sie beim Schreiben nicht verzichten möchten?

Ich brauche unbedingt Ruhe und meine gewohnte Umgebung. Blick aus dem Fenster, relativ übersichtliches Chaos auf dem Schreibtisch, einen Pott mit Kaffee und meinen Hund, der im Winter meistens hinter mir auf seinem Teppich liegt, und im Sommer alle halbe Stunde angewedelt kommt, und mir erzählt, dass der Postbote da war oder wer sonst so alles an unserem Zaun vorbeigekommen ist. Er ist nämlich ein richtiger Schnacker, wie wir in Norddeutschland Leute nennen, die immer viel zu berichten haben.



Sie haben bereits einige Bücher in verschiedenen Genren geschrieben.

Welches davon ist Ihr Liebstes?

Oh, keine Ahnung. Ich liebe es, kreuz und quer und sehr gerne auch mal überkreuz zu schreiben, siehe „Blind Walk“.



Werden Sie in Zukunft öfter im Genre Jugendthriller schreiben?

Puh … ja, so in der Art. Die nächsten beiden Jugendprojekte, die mir so vorschweben, haben beide etwas thrillerartiges, aber eben auch andere Anteile, insofern werden es wieder echte Patricia-Schröders werden. Unsicher ist ja immer, ob ein Verlag es veröffentlicht, sicher ist aber, dass beide Stoffe keine paranormalen oder fantastischen Elemente enthalten, allerdings sind beide vom Jetzt aus ein bisschen in die Zukunft gedacht. Es wird allerdings mindestens zwei Jahre dauern, bis wieder etwas für Jugendliche erscheint. Zuerst habe ich noch ein paar Kinderbuchverträge zu erfüllen.



Was war das erste Buch, welches Sie gelesen haben?

„Heidi“ von Johanna Spyri.

 

Welches ist Ihr Lieblingsbuch?

 Als Kind waren es „Pippi Langstrumpf“ und später „Das doppelte Lottchen“. Auch heute lese ich wieder unheimlich gerne Kinder- und Jugendbücher. Ein Lieblingsbuch gibt es da schon lange nicht mehr, weil es einfach viel zu viele gibt, die ich gerne gelesen habe. Besonders berührt haben mich in letzter Zeit:  „Leo und das ganze Glück“ von Synne Lea, „Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“ von Kirsten Boie und „Wunder“ von R.J. Palacio. Diese Bücher haben einen Herzensplatz in meinem Bücherregal bekommen.



Was ist Ihr nächstes Projekt?

Im Moment schreibe ich an einer neuen Mädchenreihe. Dann wird es weitere Bände zu der Erstleserreihe „Erst ich ein Stück, dann du“ geben, die ich entwickelt habe, eine Weihnachtsgeschichte, etwas über den Tod … ja und dann halt im nächsten Jahr einen dieser beiden oben erwähnten Thriller.



Noch ein paar "Scherzfragen"


Kaffee oder Tee?

Kaffee.



Schreiben oder Lesen?

Beides leidenschaftlich gern. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann Schreiben.



Ohne das Schreiben wäre/würde ich...

… wahrscheinlich malen.



Lieblingsfarbe?

So etwas sollten Sie eine Textildesignerin nicht fragen. Die schwelgen in Farben … und zwar in allen … und wenn es sie noch nicht gibt, erfinden sie sie. Entsprechend bunt ist mein Zuhause.



Nun ein paar Fragen zum Buch „Blind Walk“ selber.

Daher: SPOILERGEFAHR!!!



Woher kam die Idee zu "Blind Walk"?

Ganz anders, als die meisten wahrscheinlich vermuten. Es war auch keine zündende Idee, wie ich sie sonst oftmals habe, sondern ein Prozess. Und der begann gar nicht mit einem „Blind Walk“, sondern mit Sten, dem Jungen, der im Koma liegt. Der diesen Autounfall „verschuldet“ hat und nicht wieder aufwachen will. Um seinen inneren Konflikt zu beschreiben, musste ich ihn denken und fühlen lassen, und damit es kein ewiger innerer Monolog würde, habe ich ihn aufstehen und umherlaufen lassen. Dieses Weglaufen vor dem Leben als echtes Laufen (und Umherirren)  darzustellen, fand ich ungeheuer reizvoll. Sten ist meine geheime Hauptfigur, so jemand wie mein Sohn, um den ich mich lange geängstigt habe.

Ich habe ihm Lida geschickt, sie zur Protagonistin gemacht, und ihr Schicksal zu seinem werden lassen und umgekehrt. Dazu musste Lida „sterben“ … ich überlegte, in welchem Umfeld das passieren könnte … und da erst kam ich auf den „Blind Walk“, der für mich damit zur doppelten Bedeutung und dann auch das vordergründige Hauptthema des Romans wurde.



Haben Sie schonmal an einer ähnlichen Veranstaltung teilgenommen? Wenn

ja, wie empfanden Sie dies?

Nein. Es ist das erste Mal und ich bin total gespannt! … Oder meinen Sie gar nicht die Blog-Tour, sondern den „Blind Walk“?  Nein, habe ich nicht. Ich weiß nicht mal, ob es so etwas tatsächlich gibt.



Sind die Schauplätze in Blind Walk fiktiv oder basieren sie auf echten

Orten?

Deutsch, aber fiktiv.



Die meisten Figuren tragen keine alltäglichen Namen. Wie kamen Sie auf

diese und haben sie eine bestimmte Bedeutung?

Ich bin ständig auf der Suche nach Namen. In Namenbüchern, im Internet, auf Lesereisen, in Zeitschriften, in Büchern, im Fernsehen … In mir entsteht das „Bild“ einer Person, und wenn ich den zu ihr passenden Namen finde, macht es innerlich Klick, und ich weiß, dass diese Person nur so heißen kann.

Lida hat ihren Namen von einer der Teilnehmerinnen der letzten Voice-of-Germany-Staffel, Sten, Joy und Birk  fand ich in einem Vornamenbuch, Thore spielt in der Fußballmannschaft meines Sohnes … Natascha und Isabel kennt man ja … Jesper ist ein Name, der mir auch persönlich gefällt. Für mich war es ein besonderer Reiz, ihn somit auch meiner ganz persönlichen Anti-Figur zu verpassen. Ja, ich mag Natascha, Birk und Isabel mehr als ihn! Ehrlich gesagt, ich mag ihn überhaupt nicht. Aber gerade die Figuren, die ich gar nicht mag, liebe ich besonders. Ein Widerspruch? Nö … nicht für eine Schriftstellerin.



Das Thema Organspende war lange Zeit in den Medien. 
Was war der Auslöser diese Thematik in die Geschichte zu integrieren?

Genau DAS war der Grund. Und für mich war es ein Segen, denn damit bekam ich die Klammer für meine Geschichte, das Motiv für meinen „Mörder“. Abgesehen davon finde ich es wichtig, so etwas zu thematisieren. Ich bin durchaus für Organspende, habe selber aber keinen Ausweis, denn meine Angst, dass damit Schindluder betrieben wird, ist durchaus vorhanden. Und solange man das nicht zweifelsfrei ausschließen kann, wird man diese Angst in unserer Gesellschaft wohl auch nicht verscheuchen können.



Lida und Stan erleben beide eine Nahtoderfahrung. Haben Sie dort

beschrieben, wie Sie sich so etwas vorstellen oder recherchiert, was

Betroffene geschildert haben?

Vor einigen Jahren hat mich das mal sehr interessiert und ich habe viel darüber gelesen. So wie ich das in „Blind Walk“ beschreibe, entspricht es aber meiner ganz persönlichen Vorstellung.



Wie gefällt Ihnen das Cover und die Innengestaltung von Blind Walk?

Sehr gut. Ein ganz kleines winziges bisschen habe ich sogar dabei mitgewirkt.



Wie fänden Sie eine Verfilmung von Blind Walk? Hätten Sie eine

Traumbesetzung?

Mal mitzuerleben, wie der eigene Stoff verfilmt wird, wäre durchaus reizvoll. Besonders spannend wäre es hier für mich zu sehen, wie Lidas und Stens spezielle Situation umgesetzt würde. Schwierig stelle ich mir vor, Stens inneren Prozess in Bilder zu übertragen, eventuell bräuchte man hier eine Stimme aus dem Off.

Mit jungen deutschen Schauspielern kenne ich mich nicht aus, von daher gäbe es für mich auch keine Traumbesetzung.

 Danke an Patricia Schröder und den Coppenrath Verlag für die Unterstützung unserer Blogtour.
Ab heute startet auch das Gewinnspiel, welches bis zum 27. Juli laufen wird.
Toi Toi Toi.

Kommentare :

  1. Huhu!

    Tolle Fragen und interessante Antworten, vor allem zum Inhalt des Buches (wenn man es schon kennt), ist wirklich sehr aufschlussreich :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    Antworten
    1. ;-)

      Ja, und ich bin sehr dankbar, dass ich hier Gelegenehit bekommen habe, es mal so zu erzählen!

      Liebe Grüße an alle!

      Patricia Schröder

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    2. Ich hab auch alles aufmerksam gelesen, bei der roten Spoilergefahr allerdings hab ich einen groooßen Bogen drum gemacht. ^^ Sicher ist sicher. :D

      Liebe Grüße auch von mir
      ~ Jack


      P.S: Schade, dass ihr nächstes Buch eine Mädchenreihe wird. *Nicht so mein Genre* Sie scheint sich aber in verschiedenen Genres wie Zu Hause zu fühlen, was ich auch bewundere. ^.^ Kann ja nicht jeder Autor. :D

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  2. Hallo und guten Morgen,

    interessantes Interview. Danke dafür das rundet diese Blogtour wirklich noch ab.

    LG..Karin..

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  3. Irgendwie fehlt mir ein Wort! Sollen es 7 sein, also heute auch noch eines? Dann müsste auch im Interview eins versteckt sein!? Hm?

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    1. ...Vielleicht habe ich es auch gefunden

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    2. Ich glaube, es ist diesmal einfach nicht farbig markiert, sondern anders... Bin mir aber auch nicht sicher

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    3. Ich bin auch schon seit 20 Minuten am immer und immer wieder lesen, finde es aber nicht. :(

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    4. OKAY OKAY. :D Ich habs. Denke ich. ^^

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    5. Ich habs nur unterstrichen,
      hoffe ihr habt es alle trotzdem gefunden.
      Es ist definitiv VOR dem Spoilerteil :)

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  4. und ich hab mich schon gewundert, dass "spoilergefahr" das wort sein soll *kreiiisch*

    danke für die tolle tour und das super interview, das war echt interessant!

    lg

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  5. Wow, ein tolles und interessantes Interview!
    Ich hab Blind Walk gelesen und war total begeistert.
    Finde es genial das man hier erfährt wie diese Geschichte überhaupt zustande kam :)
    LG Ela

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