Mittwoch, 13. August 2014

[Rezi] Ute Jäckle - Verloren in der grünen Hölle

 
Klappentext
Das Leben der siebzehnjährigen Kolumbianerin Elena verläuft glücklich und sorgenfrei. Bis sie eines Tages gemeinsam mit zwei Freundinnen auf dem Weg zu einem Einkaufsbummel entführt und in das Camp einer professionellen Kidnapperbande mitten im Regenwald verschleppt wird. Eine Zeit voller Todesangst und Schrecken bricht für die Mädchen an, denn der cholerische Bandenführer Carlos kennt keine Gnade.
Elena will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden, sie rebelliert mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Männer und fordert damit den Zorn von Carlos heraus. In letzter Minute beschützt der attraktive Entführer Rico sie vor dem gefährlichen Anführer und stürzt Elena in einen Gewissenskonflikt. Ehe Elena bewusst wird, auf was sie sich einlässt, zieht es sie in einen reißenden Strudel aus Leidenschaft und tödlicher Gefahr.

Erster Satz
"Elena sah aus dem Fenster hoch zur Sonne, die bereits kraftvoll vom wolkenlosen kolumbianischen Himmel schien."
     
Gestaltung
Das Cover soll Elena, die Protagonistin, während ihrer Entführung zeigen. Ich persönlich hatte sie mir jünger als die gezeigt Frau vorgestellt, dennoch muss man beim Verlag aufs Detail geachtet haben. So trägt sie ein weißes Top, welches, wenn es feucht ist, an ihrem Busen durchsichtig erscheint. So wird es auch im Buch beschrieben.
Insgesamt hätte ich das Buch allerdings im Laden eher nicht gekauft, da mich persönlich der Streifen an der linken Seite mit dem Verlagslogo und der Genreeinordnung eher an einen Groschenroman erinnert und somit dem Roman nicht gerecht wird.
Die Aufteilung im Inneren des Buches ist simpel aber sinnvoll. So beginnt ein neues Kapitel immer mit einem neuen Tag und Perspektivenwechsel werden durch einen Absatz sowie einem Sternchen angekündigt.
Zusammenfassend: Theorie gut, Ausführung okay.
Da ich das Buch nur als ebook besitze, kann ich nicht sagen, wie der Einband, abgesehen vom Cover, gestaltet ist, daher bezieht sich hier alles auch nur auf die ebook-Version

Meine Meinung
Ich habe "Verloren in der grünen Hölle" von der Autorin selbst angeboten bekommen und ich muss dazu sagen, danke danke danke, denn ohne sie wäre ich nicht auf dieses Buch gestoßen.
Das kolumbianische Setting ist mal etwas anderes als die typische amerikanische Kleinstadt und auch die Geschichte an sich hatte ich so noch nie gelesen.
Geschrieben ist der Roman aus der Erzählerperspektive, konzentriert sich anfangs allerdings auf Elenas Sicht und wechselt ab etwa der Hälfte zwischen ihr und Rico hin und her.
Interessant fand ich dabei auch zwischenmenschliche Misverständnisse aufgezeigt zu bekommen,welche durch richtige Kommunikation nicht aufgekommen wären.
Die Charaktere sind vielschichtig in meinen Augen, so geben sie auch nicht sofort jedem und alles über sich preis, sondern man entdeckt ihre einzelnen Facetten nach und nach.
In Elena konnte ich mich anfangs nur schwer hineinversetzen und weiß auch jetzt noch nicht, ob ich sie mag, aber sie war interessant. Mit der Zeit verstand ich ihre Sichtweisen, aber auch die anderer Charaktere, welche durch ihr Leben und die Handlungen während der Geschichte geprägt wurden.
Was ich der Autorin hochanrechne ist, dass ich mir in jeder Situation die Umgebung und die Charaktere wirklich detailliert vorstellen konnte. Das ist bei mir selten so.
Zwar habe ich eine gewisse Vorstellung, allerdings selten bis ins Detail und so nah an den Beschreibungen, welche hier weder zu kurz noch zu lang waren.
Doch ich habe auch einen Kritikpunkt: Klischees.
Es gab doch einige Stellen, wo die Autorin auf gute alte Muster zurückgegriffen hat und ich habe auch einen Teil des Endes vorhersehen können, aber ich bin ehrlich. Die paar Klischees passten ganz gut, auch wenn sie gegen Ende vielleicht etwas übertrieben sind, minderte es nicht die Spannung.
Apropos Spannung, also gegen Ende sollte man wirklich auf alles gefasst sein, denn in diesem Buch ist so gut wie nichts unmöglich.
Das Schlimme daran, man kann nicht aufhören zu lesen, denn man wird durch Spannung, Cliffhanger und einen sehr flüssigen und prägnanten Schreibstil an das Buch gefesselt. Also nehmt euch Zeit zum Lesen oder ihr könnt, wie ich, nicht warten bis das Abendessen vorüber ist um weiterzulesen.
Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass es sich um einen Einzelband handelt, aber ich würde schon gerne wissen, wie es weiter geht mit den Protagonisten. Vielleicht haben wir ja irgendwann Glück oder müssen darüber fantasieren, was wohl noch so passiert.

"Verloren in der grünen Hölle" ist ein mehr als gelungener Debut-Roman, welcher mit Spannung nicht zu geizen wagt und den Leser direkt in den kolumbianischen Regenwald entführt.
Der Roman macht Lust auf mehr von der Autorin.

Wertung
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Einen herzlichen Dank an Ute Jäckle und den bookshouse Verlag
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.
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"Rico & Elena"-Reihe
  1. Verloren in der grünen Hölle
  2. Verlorene Sehnsucht

Kommentare :

  1. Hab schon viel gutes gehört, obwohl das Cover ja schon so ein bisschen abschreckend ist :D
    Hast du es als ebook gelesen?
    Ich sträube mich ja irgendwie immer noch ein wenig dagegen für digitale Seiten Geld auszugeben :D

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    Antworten
    1. Hallo Hannah,

      ja es war ein ebook und es war wie gesagt ein Rezensionsexemplar, daher habe ich nichts gezahlt. Persönlich hätte mich sonst auch das Cover abgeschreckt, deswegen auch meine Kritik daran.
      Mit gutem Gewissen kann ich dir aber sagen, dass das Geld für ebook oder für das richtige sich defintiv lohnen. Mich hat das Buch aus einer schweren Lese- und Blogg-Depression geholt und ich hatte wirklich Spaß daran es zu lesen.
      Ebenfalls hat die Autorin mir gesagt, dass ein zweiter Teil geplant sei. Man kann aber auch nach dem aufhören...ich möchte es nicht und freue mich auf eine Fortsetzung.

      Liebe Grüße Sarah

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  2. Mir hat das Buch auch sehr gefallen, da es ja nicht nur Thriller war, sondern auch Liebesgeschichte.
    GLG und einen tollen Tag
    Mel

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  3. Ich habe jetzt so viele gute Rezension zum Buch gelesen, dass ich es echt bereue es abgelehnt zu haben. Aber wenn man schon so viel liegen hat....
    Danke für deine tolle Rezension.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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  4. Ich fand es ja muss ich zugeben nicht ganz so gut wie du. Aber wirklich schlecht war es auch nicht. War halt nur doch irgendwie nicht meins

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  5. Hi,
    das Cover hat mich bisher abgeschreckt, aber deine Rezi klingt super. Ich halte das Buch mal im Hinterkopf, vielen Dank. ;)
    Liebe Grüße
    Mandy

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  6. Ich habe lange überlegt, da ich leider nicht so der ebook-Leser bin, aber letztlich habe ich mich doch dazu entschlossen, das Buch zu lesen. Ich bin nun kurz vor Ende und ich kann schon jetzt sagen: Wow, es hat mich wirklich gefesselt, obwohl es eigentlich eher nicht meine Leserichtung ist. Nachher werde ich noch die letzten 80 Seiten lesen und bin gespannt auf das Ende...

    Liebe Grüße
    Deborah

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