Dienstag, 2. Juni 2015

[Blogtour] Metropolis Berlin - Interview mit Josephine Winter [+Gewinnspiel]

Hallöchen zusammen,
heute bin ich mal wieder Teil einer Blogtour.
Diesmal entführe ich euch in das Berlin der 20er Jahre
mit der Buchreihe "Metropolis Berlin".
Dafür durfte ich Autorin Josephine Winter interviewen,
welche "Das Palais Reichenbach" für die Reihe schrieb.
Josephine Winter ist das Pseudonym einer 1983 geborenen deutschen Autorin.
Seit ihrem Studium in Kulturwissenschaften an der Uni Hildesheim
schreibt die heute in Berlin lebende Autorin Romane in den Genren Erotik & Liebe.
© Nadine Michels (Quelle: Bastei Luebbe)
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 „Das Palais Reichenbach“ ist Teil der Reihe „Metropolis Berlin“. 
Wie bist du Teil des Projekts geworden?
Der Verlag hat mich angerufen und mir das Projekt vorgestellt. 
Ich hatte kurz vorher „Noble Secrets“ für Bastei Entertainment geschrieben. 
Da hatte sie mich wohl als jemanden auf dem Schirm, der sich gern mit den 20ern und Adel beschäftigt. 
Jedenfalls war ich sofort begeistert und an Bord.

War es schwierig einen Übergriff zu den anderen beiden Romanen, 
„Champagner, Charleston und Chiffon“ und „Die Rote Burg“, zu schlagen 
oder war es eher einfach?
Am Ende war es sehr einfach, aber die ersten Szenen, die wir buchübergreifend erzählen wollten, sind mir nicht so leicht gefallen. Wir haben ja vorher entschieden, wann es wo zu welchem Roman Parallelen geben wird. Aber als ich dann plötzlich eine Szene mit Figuren schreiben musste, die ich weder erdacht hatte noch besonders gut kannte, hatte ich großen Respekt. Sonst bin ich immer schnell im Schreibfluss und im Einklang mit meinen Figuren und treibe sie durch die Geschichte. Dass dann plötzlich „Fremde“ in meinem Roman auftauchen hat mich rausgehauen. Auch, weil Figuren etwas sehr Sensibles sind und ich die anderen beiden mit meiner Version ihrer Figur ja nicht vor den Kopf stoßen wollte. Nach ein zwei Szenen aber war ich drin und die letzten Parallelszenen gingen mir gut von der Hand.

Das Cover ist oftmals das erste was ein Leser von einem Buch sieht. 
Wie gefällt dir die Gestaltung von „Das Palais Reichenbach“ 
beziehungsweise der ganzen Reihe „Metropolis Berlin“?
Mir gefällt das Gesamtkonzept sehr gut. Die Farben und die goldene Schrift. Die Cover verbreiten eine manchmal verruchte, manchmal melancholische Stimmung. Das mag ich. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich mir nicht so viele Gedanken um Covergestaltung und so mache. Ich bin sehr froh, dass im Verlag Profis sitzen, die sich damit beschäftigen. Ich schreibe lieber.

Im Roman geht es um die fiktive Fürstenfamilie Reichenbach 
sowie Personen aus ihrem näheren Umfeld. 
Gab es für dich konkrete Vorbilder für die Charaktere und ihr Schicksal?
Nein, das ist alles fiktional.

Mit welchem deiner Charaktere kannst du dich am ehesten identifizieren und wem gar nicht?
Fürst Paul ist ein sturer Bock, mit dem ich mich vielleicht am wenigstens identifizieren kann. Mit seiner Tochter Ina oder dem Stubenmädchen Marlene hingegen kann ich mich wahrscheinlich am stärksten identifizieren. Aber ich selbst stelle mir die Frage eigentlich nicht. Ich gebe den Figuren Ziele und Sehnsüchte, die ihrer Realität nicht entsprechen. Dann können sie sich daran reiben, worüber ich wiederum gut schreiben kann. Das interessiert mich bei allen Figuren, egal, wie stur oder vermeintlich unsympathisch sie sein mögen.

Da das Ende nun doch recht offen ist, 
könntest du dir vorstellen noch einmal zurück zu kehren zu den Reichenbachs?
Unbedingt. Das offene Ende war volle Absicht, in der Hoffnung, dass ich so alle neugierig auf einen zweiten Teil mache – Leser und Verlag, der ja letztendlich entscheidet, ob wir zurückkehren.

Könntest du dir die Reichenbachs auf der Leinwand vorstellen? 
Wenn ja, würdest du dir eher einen Film oder eine Serie wünschen?
Serie. Ich wünsche mir sogar bei den meisten existierenden Spielfilmen, sie wären eine Serie geworden. Spielfilm ist nicht mein Bewegtbildformat.

Ebenfalls im Mai erschien die Trilogie „Noble Secrets“, 
welche ebenfalls eine Adelsfamilie in den 20ern in Berlin begleitet. 
Was fasziniert dich an diesen drei Punkten so sehr? 
Ist es eher jedes Thema für sich oder die Mischung der drei Komponenten?
Wenn man über den Adel schreibt, schreibt man immer über eine Familie. Per Definition ist Adel Familie. Auch ein einsamer Prinz in einem Großstadtloft lässt sich erst dann wirklich als adlig beschrieben, wenn man von seiner Familie erzählt. Das bringt der Adel mit sich. Familie ist der höchste Wert in dieser Gesellschaftsschicht. Ich habe auch schon viele Adelsromane in der Jetztzeit geschrieben, aber das Besondere an den Zwanzigern ist, dass der Adel in dieser Zeit erst ganz frisch „abgeschafft“ ist. Alle können sich noch daran erinnern, wie es zehn Jahre vorher war, als sie noch privilegiert waren. Jetzt ist da plötzlich Demokratie und kommunistische Strömungen und das bunte Nachtleben und die plötzlich so selbstständigen, jungen Frauen … 
Das Geschlechter-Rollenbild wird überdacht und infrage gestellt. Da prallen einfach zwei sehr unterschiedliche Lebenskonzepte aufeinander. Heute ist der Kontrast zwischen den beiden nicht mehr so groß. Der Adel ist kaum noch sichtbar in unserer Gesellschaft und Liberalität oder neue Geschlechterrolle sind auch für den Adel nichts Neues mehr.

Manche Autoren brauchen Kaffee und Ruhe zum Schreiben, andere laute Musik. 
Wie ist es bei dir? Hast du bestimmte Angewohnheiten beim Schreiben?
Das kommt auf den Punkt an, an dem ich stehe. Zu Beginn des Schreibens brauch ich viel Ruhe. Ich habe keine total feststehenden Routinen, aber ich muss mir einen sehr großen Teil des Tages selbst gestalten und einteilen können, ohne dass jemand anders was von mir will, damit ich mich konzentrieren und in den Text reinfinden kann. Später dann, wenn ich zwei Drittel oder so geschrieben habe, dann kann ich mich fast überall hinsetzen und ein paar Seiten schreiben. Zur Not halt mit Kopfhörern und Musik.

Wann und warum begannst du mit schreiben? 
Erinnerst du dich noch an deine erste Geschichte und worum es ging?
Ich habe noch in der Grundschule ein Theaterstück geschrieben, dass Schneewittchen neu erzählt und dann ein Jahr später ein Musical, das die Geschichte von Sissi und ihrem Cousin Ludwig auf die Bühne bringen sollte. Die Musik waren umgetextete Schlager. Beides wollte ich auch inszenieren. Aber das ist sehr viel Arbeit. Besonders, wenn man erst 10 Jahre alt ist. So ist es dann beim Schreiben geblieben. Und irgendwann wurde aus dem Szenischen dann Prosa. Aber selbst die ist bei mir ja immer noch sehr szenisch und dialogisch.

Was sind deine nächsten Projekte und worum geht es in ihnen?

Das kann ich leider noch nicht verraten.
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Ich möchte mich nochmal herzlichst bei Josephine Winter bedanken,
dass sie sich die Zeit genommen hat meine Fragen zu beantworten. 
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 Ebenfalls könnt ihr nun noch etwas gewinnen.
Nämlich eine echte 20er-Jahre Stola oder eines von drei eBooks
aus der "Metropolis Berlin"-Reihe.
Alles ihr dafür tun müsst, ist das Formular auszufüllen.

Regeln:
  • Das Gewinnspiel endet am 7. Juni 2015
  • Teilnahme ab 18 Jahren oder mit der Zustimmung eines Erziehungsberechtigten. 
  • Kein Ersatz für Verlust auf dem Postweg. 
  • Keine Barauszahlung des Gewinns. 
  • Persönliche Daten werden nur für dieses Gewinnspiel verwendet. 
  • Gewinner werden per EMail benachrichtigt.
  • Gewinn nur mit Postanschrift in Deutschland möglich. (bezieht sich auf die Stola)
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Welche Fragen hättet ihr Josephine Winter gestellt?
Ich freue mich auf eure Kommentare und bis bald.

Kommentare :

  1. Hallo und guten Tag,

    Danke für das interessant geführte Interview.

    Vielleicht.... welche großen Träume und Wünsche die Autorin möglicherweise noch hat und gerne verwirklichen möchte, wenn es möglich ist?

    LG..Karin...

    AntwortenLöschen
  2. Hallo,
    meine Frage wäre, ob sie noch eine andere Epoche interessiert?

    Alles Liebe
    Sophie

    AntwortenLöschen
  3. Hallo ,

    Tolles Interview :) Danke :)
    Meine Frage an der Autorin wäre : Konnte sich die Autorin vorstellen in der
    Epoche zu leben ?
    Ich wünsche einen schönen Tag :)

    Liebe Grüße Margareta

    AntwortenLöschen

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