Donnerstag, 10. März 2016

[Rezi] Michaela Grünig - Ohne Ziel ist der Weg auch egal

Klappentext
Lenja liebt Ben. Das ist ein Naturgesetz. Dummerweise hat Ben sie gerade verlassen und plant, sich »Ärzte ohne Grenzen« anzuschließen. Aber Lenja weiß, wie sie ihn aufhalten kann: Sie schlüpft in die Rolle der 76-jährigen Karla und zieht in das Seniorenstift ein, in dem Ben arbeitet. Selbstverständlich hat sie sich auf ihre Rolle bestens vorbereitet – nur nicht auf die charmante Schlitzohrigkeit ihrer neuen Mitbewohner. Die stehen ihr bald mit Rat und Tat zur Seite, denn auf die Waffen einer jungen Frau muss Lenja alias Karla ja leider verzichten …

Kaufen?

Erster Satz
"Ich stand am Abgrund."

Gestaltung
Lustigerweise gibt es das Cover in zwei Farbvarianten. Während das Taschenbuch eher einen türkisen Hintergrund hat, ist dieser beim ebook in einem kräftigen moosgrün. Des Weiteren befindet sich auf dem ebook-Cover auch noch ein Schattenschnitt einer großen, vermutlich attraktiven Frau.
Beide Cover hätten mich im Laden jetzt nicht so wirklich angesprochen, da es lediglich andeutet, dass es um eine Liebesgeschichte gehen könnte, die Geschichte aber noch viel mehr zu bieten hat.
Das Innere ist, zumindest in dem mir vorliegenden ebook, einfach gehalten. So sind z.B. die Kapitel durchnummeriert. Wer die Geschichte gerade erzählt, erkennt man am Schreibstil anstatt an Hinweisen vor dem Kapitel.
Insgesamt ist die Gestaltung nicht schlecht, reißt mich aber auch nicht vom Hocker.

Meine Meinung
Die Idee hinter "Ohne Ziel ist der Weg auch egal" ist wirklich außergewöhnlich. Sich in ein Altenheim einschleusen um den Ex wieder zu gewinnen? Nein, sowas habe ich bisher weder gehört, noch gesehen, geschweige denn gelesen.
Der Klappentext an sich deutet eigentlich daraufhin, wie es klassischerweise ausgehen würde. Keine Sorge, Michaela Grünig ist nicht in den Klischeetopf gefallen...zumindest in dem Punkt.
Neben der Geschichte um Lenja und Ben, geht es auch noch um Lenjas besten Freund und Kollegen Tim, der um das Fortbestehen seiner Produktionsfirma fürchten muss und nebenbei noch ein Womanizer ist,  sowie mysteriöse Verbrechen im Altenheim. Liebesroman trifft Krimi.
Es funktioniert...teilweise.
Zwar kann man spätestens 50 Seiten vor Ende doch zumindest in puncto Liebe sagen, wer am Ende mit wem zusammen sein wird, der Kriminalfall bleibt allerdings bis zum Ende spannend.
Die kleinen Nebengeschichten waren zwar ganz nett, zogen allerdings alles ein wenig in die Länge.
Auch mit Lenja wurde ich einfach nicht warm und wollte sie am liebsten kräftig Schütteln. Ich kann so blinden und beinahe dauerhaft positiven Charakteren nicht viel abgewinnen. Zumal ihr Verhalten doch schon sehr nah am Stalken war. Tim hingegen gefiel mir schon etwas besser, vorallem da er doch etwas realer wirkt. Was für seine "Freundinnen" übrigens weniger gilt.
Manche Szenen hingegen wirken widerrum wie aus einer Nachmittagssoap herausgegriffen, während andere äußerst originell waren. 
Allgemein gut fand ich, dass innerhalb des Buches gut zu erkennen war, wann Lenja und wann Tim erzählte. Während Lenja nämlich aus der Ich-Perspektive ihre Gedanken und Gefühle schilderte, geschah dies bei Tim in der dritten Person. Das trug vielleicht auch dazu bei, dass Lenja emotionaler und angreifbarer wirkte als Tim, dessen Womanizerimage durch die Distanz nochmal betont wurde.
Die Handlung an sich ist originell, weißt aber einige Stellen auf, wo man hätte kürzen können. Ob das ganze in echt so ablaufen könnte, bezweifle ich aber einfach mal. Das wären dann doch schon zu viele Zufälle um wahr zu sein.

"Ohne Ziel ist der Weg auch egal" bietet eine unterhaltsame Geschichte ohne das komplette Klischeerepertoire eines typischen Liebesromans. Überraschen konnte mich die Kriminalgeschichte von der im Klappentext keine Rede war.

Wertung 
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Einen herzlichen Dank an Knaur für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Kommentare :

  1. Ich finde das Cover sehr toll, weil die Farben gut zusammenpassen! Aber Lovestorys schrecken mich ab.... Der Perspektivewechsel klingt aber interessant....

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    1. Hallöchen Evy,

      mich normalerweise auch, aber mich hat dann die Idee mit dem Altenheim so sehr gereizt, dass ich mich fürs Reziex beworben habe.
      Allgemein fand ich den Krimiteil aber spannender als den Liebesteil.

      Liebe Grüße
      Sarah

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  2. Hallo :),

    schöner Blog :). Mir hat das Buch gut gefallen. Stimmt, warum gibt es zwei verschiedene Cover?! Ich habe die Taschenbuchausgabe, also das farblich etwas andere Cover.

    Ich wünsche dir einen schönen Abend.

    Lg, Kristina

    Blog: http://jekranta.jimdo.com/

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    1. Hallöchen Kristina,

      mir fiel, dass auch erst bei der Recherche so wirklich auf, da der tolino ja nur schwarz weiß anzeigt, war ich dann etwas irritiert.
      Mir gefällt das Taschenbuchcover ein wenig besser.

      Liebe Grüße
      Sarah

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