Mittwoch, 18. Mai 2016

[Rezi] Yeonmi Park - Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea

Klappentext
Yeonmi Park träumte nicht von der Freiheit, als sie im Alter von erst 13 Jahren aus Nordkorea floh. Sie wusste nicht einmal, was Freiheit ist. Alles, was sie wusste war, dass sie um ihr Leben lief, dass sie und ihre Familie sterben würde, wenn sie bliebe - vor Hunger, an einer Krankheit oder gar durch Exekution. In ihrem Buch erzählt Yeonmi Park von ihrem Kampf ums Überleben in einem der dunkelsten und repressivsten Regime unserer Zeit; sie erzählt von ihrer grauenhaften Odyssee durch die chinesische Unterwelt, bevölkert von Schmugglern und Menschenhändlern, bis nach Südkorea; und sie erzählt von ihrem erstaunlichen Weg zur führenden Menschenrechts-Aktivistin mit noch nicht einmal 21 Jahren.

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Zitat
"Zu Hause habe ich nur gelesen. Ich inhalierte Bücher wie andere Leute Sauerstoff. Ich las nicht nur, um etwas zu lernen oder zum Vergnügen. Ich las, um zu leben." - Seite 268

Gestaltung
Momentan ist das Buch als Hardcover, ebook und digitales Hörbuch verfügbar. Das Taschenbuch erscheint im November 2016. Ich bewerte hier die gebundene Ausgabe. Auf dem Cover ist Yeonomi Park, die Autorin des Buches, zu sehen. Sonst ist der Schutzumschlag eher neutral gehalten mit einer einfachen weißen Schrift und einem grauen Hintergrund. Das eigentlich Buch ist hellgrau.

Im Inneren findet man ein Inhaltsverzeichnis sowie eine Landkarte mit den wichtigsten Orten der Handlung. Des Weiteren ist das Buch drei Teile geteilt: Nordkorea, China und Südkorea. Die Kapitel tragen alle einen auf den Inhalt hinweisenden Titel. Etwa in der Mitte der Buches befinden sich einige Bilder von Yeonmi und ihrer Familie.

Insgesamt gefällt mir die Gestaltung sehr gut für ein Sachbuch. Sie ist neutral und dennoch ansprechend. Für mich gibt es an dieser Stelle nichts zu kritisieren.

Meine Meinung
Seit ich vor einiger Zeit ein paar Dokus über Nordkorea gesehen habe, ließ mich das Thema irgendwie nicht mehr los. Als es dann darum ging dieses Buch zu rezenieren, war mein Interesse sofort geweckt.

Erstaunlich fand ich, dass Yeonmi Park nicht viel älter ist als ich, genau genommen gerade mal 2,5 Jahre. Und doch hat sie schon mehr durchgestanden als manche in ihrem ganzen Leben.
Mehr als anschaulich beschreibt sie ihr bisheriges Leben in drei Teilen: Nordkorea, China und Südkorea. 

Vorallem im ersten Teil habe ich vieles erfahren, wovon ich bisher nichts wusste. Unteranderem, dass es in Nordkorea das Songbun-System gibt, welches bestimmt, welcher "Klasse" man angehört und somit auch wie das eigene Leben aussieht. So bestimmt der Songbun, ob man studieren darf und welche Berufe in Frage kommen. Yeonmi Park beschreibt alles sehr deutlich, so dass man es auch ohne Vorwissen problemlos verstehen kann. Auch spielen Emotionen eine Rolle, aber sie drängen sich einem nicht auf. Der Schreibstil ließ noch immer Raum sich seine eigene Meinung zu bilden.

Im zweiten Teil geht es um die Flucht nach China und den Aufenthalt dort. Ich hatte vorher noch nicht von der anscheinend gängigen Praxis des Menschenhandels mit nordkoreanischen Flüchtlingsfrauen gehört. Der Einblick in Parks Leben war zu gleich erschütternd aber auch aufklärend.

Der dritte und letzte Teil handelt von der Ankunft in Südkorea und wie sich Park an das Leben dort gewöhnte, was sie seit dem getan hat und wie sie dazu kam eine Menschenrechtsaktivistin zu werden.

Soweit mir bekannt, hat auch Yeonmi Park das Buch selbst geschrieben, also ohne Ghostwriter, was mir nochmal besser gefällt. Zumal ihr Schreibstil wirklich sehr flüssig und anregend ist. Man lernt ganz nebenbei, während die Autorin anschaulich ihr Leben beschreibt.

Fazit
"Mut zur Freiheit - Meine Flucht aus Nordkorea" ist ein bewegendes und aufklärendes Buch über Nordkorea aus der Sicht einer jungen Frau, welches ich nur jedem ans Herz legen kann.

Wertung

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Einen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereistellung des Rezensionsexemplars.

Kommentare :

  1. Hallo :)
    Ich habe deine Rezi gerade durch Lovelybooks gefunden und war neugierig, weil ich das Buch heute selbst erst rezensiert habe. Mich hat es auch sehr beeindruckt! Auch ich hatte im Vorfeld schon etliche Dokus zu Nordkorea gesehen, aber dieses Buch ist noch einmal etwas völlig anderes. Ich möchte gerne noch mehr Berichte über dieses Land lesen.
    Das mit dem Menschenhandel in China war mir nicht neu, aber bisher wusste ich eben nur, dass dort mit Menschen gehandelt wird. Hier hat man es mal "von Nahem gesehen" und es wurde plötzlich viel greifbarer und noch erschreckender.

    Schöne Rezension, ich stimme dir voll und ganz zu! :)

    Liebe Grüße
    Katja

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    Antworten
    1. Hallöchen Katja,

      ich kann dir da nur vollkommen zustimmen. Ich überlege, ob ich nicht vielleicht auch noch "Schwarze Magnolie" mir besorgen werde, um auch nochmal eine andere Perspektive zu bekommen.

      Liebe Grüße
      Sarah

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