Mittwoch, 8. Februar 2017

[Blogtour] Das Spiel des Grafen - Adelstitel [+Gewinnspiel]

Hallöchen zusammen,
nachdem gestern bereits "Spark" von Vivien Summer bei mir zu Gast war, begrüße ich heute einen weiteren Carlsentitel: "Das Spiel des Grafen"* von Tanja Penninger.
Die letzten Tage habt ihr bereits mehr über das Buch, die Autorin und das Spiel Schach erfahren. Bei mir soll es heute um etwas gehen, was bereits Teil des Titels ist - nämlich Adelstitel.
Wer von den Damen unter uns hat als kleines Mädchen nicht mal davon geträumt eine Prinzessin zu sein? Die Popularität von Jugendbuchreihen wie "Selection"*, "Das Juwel"* und "Royal"* zeigt, dass die Faszination mit dem Adel auch später noch vorhanden zu sein scheint. Schaut man sich Fantasybücher an, gibt es zumeist einen König oder Kaiser. Von den historischen Romanen fang ich lieber gar nicht erst an.
Wir alle wissen, dass es eine bestimmte Hierachie im Adel gibt, doch wer unterliegt wem und wie lautet die richtige Ansprache. Genau dies möchte ich in diesem Artikel euch erklären.
Bild: jackmac34/pixabay.com
Freiherr und Baron
Freiherr und Baron sowie ihre weiblichen Äquivalente stehen ganz unten in der Hierachie. Darunter kommt nur noch der Ritterstand und das gemeine Volk. Freiherr bzw. Freifrau ist ein Titel der im Heiligen Römischen Reich deutscher Nationen vergeben wurde, während der gleiche Titel außerhalb Baron hieß. Baron war aber auch die Höflichkeitsformel für Freiherren. Seit 1919 mit der Absetzung des Adels in Deutschland verwenden ehemalige Adelige dieses Standes Freiherr beziehungsweise Freifrau als Namensbestandteil. Die Kinder dieses Standes erhielten den Titel Baron oder Freiherr oder im Falle einer Tochter Freiin oder Baroness.
War das Geschlecht bis spätestens 1400 mindestens dem Ritterstand angehörig, so lautet die formale Ansprache Hochgeboren, ansonsten Hochwohlgeboren.

Graf
Kommen wir zum Grafen. Er steht über dem Freiherr/Baron, aber noch immer relativ weit unten in der Hierachie. Regierende Grafen sprach man mit Erlaucht an, ansonsten Hochgeboren. Das älteste Kind beziehungsweise der Erbe eines Grafen bekam den Titel Erbgraf beziehungsweise Erbgräfin. War die Tochter noch nicht verheiratet, so wurde sie oftmals als Komtess bezeichnet.
Abgeleitete Titel wie Markgraf und Landgraf stehen in der Hierachie über dem normalen Grafen. 
Bild: talpeanu/pixabay.com
Fürst
Der Titel des Fürsten ist weitgespannt. So kann es sich um regierende Persönlichkeiten handeln, wie im Falle von Monaco und Liechtenstein, oder um zum Beispiel Thronfolger handeln. Der Prince of Wales ist im Deutschen nämlich eigentlich nicht der Prinz von Wales sondern der Fürst von Wales. Die Engländer besitzen dafür allerdings keinen gesonderten Titel. Auch in Spanien trägt der oder die Thronfolger/in den Titel des Fürsten von Asturien. Bei Letzterem handelt es sich meist nur um Titularfürsten, d.h. sie tragen zwar den Namen einer Provinz, haben aber keinen politischen oder ähnlichen Einfluss in der Region.
Erben und Kinder eines Fürsten werden zumeist als (Erb-)Prinz beziehungsweise (Erb-)Prinzessin bezeichnet. Die korrekte Ansprache variiert. Regierende Fürsten werden sowohl als Hoheit als auch als Fürstliche Durchlaucht angesprochen, Titularfürsten mit Durchlaucht und alle anderen mit Fürstliche Gnaden.

Herzog
Herzöge stehen an dritter Stelle der Hierachie. Der abgeleitete Titel Erzherzog ist übrigens ein Kunsttitel, da 1359 Pfalzherzog Rudolf sich benachteiligt fühlte, dass sein Geschlecht nicht zu den Kurfürsten gehörte, also den jenigen Adeligen, welche den König beziehungsweise Kaiser wählten. Kurfürsten wurden auch Erzfürsten genannt. Rudolf war schlau und ließ kurzer Hand ein gefälschtes Dokument anfertigen, welches ihm den Titel zusprach und ihn praktisch mit den Kurfürsten gleichstellte. Dieser Titel wurde zwar vom Kaiser nicht anerkannt, aber ab 1414 getragen.
Herzöge kennen die meisten heute vor allem aus dem britischen Königshaus. Herzogtitel werden oftmals an Mitglieder der königlichen Familie verliehen. Diese Herzöge werden daher mit königlicher Hoheit angesprochen. Gleiches gilt für die Großherzoge, welche Luxemburg, Hessen und Baden regieren beziehungsweise regierten. Alle anderen Herzöge werden mit Durchlaucht angesprochen.
Nachkommen tragen traditionellerweise den Titel eines Prinzen oder einer Prinzessin.
Bild: jackmax34/pixabay.com
König
König ist wohl der bekannteste Titel und auch der zweithöchste. Über ihm steht nur noch der Kaiser, welcher zum Beispiel in Russland als Zar bezeichnet wird. Die längste, noch lebende Monarchin ist übrigens Elizabeth II., welche gestern erst ihr 65. Thronjubiläum feiern konnte. Nur der im letzten Jahr verstorbene König Bumihol saß mit 70 Jahren und 127 Tagen länger auf dem Thron. Ob die Queen den Rekord auch noch brechen kann? Wir werden es sehen.
Die korrekte Ansprache ist königliche Majestät oder einfach nur Majestät. In vielen Ländern wird der Thronanwärter als Kronprinz oder Kronprinzessin bezeichnet, aber wie ihr bereits bei de Fürsten lesen konntet, ist es auch möglich, dass diese Titularfürsten einer bestimmten Region sind. Im Falle von Großbritannien ist es Wales und in Spanien Asturien.
Alle anderen direkten Nachkommen werden als Prinz oder Prinzessin bezeichnet. Deren korrekte Ansprache ist königliche Hoheit bzw. Hoheit. Ehemänner von Königinnen werden übrigens traditionell nicht Könige, da in der alten Adelsvorstellung der männliche immer über dem weiblichen Titel stand. So war Queen Victorias Mann auch nur prince consort also Prinzgemahl und nicht König. Manche Ehemänner von Königinnen kommen damit klar, dass sie immer hinter ihrer Frau gehen müssen, wie zum beispiel Prinz Philip, welcher durch seine Sprüche legendär geworden ist. Andere wie Prinz Hendrik, der Mann von Königin Margrethe von Dänemark, eher nicht.

Kaiser
Der Kaiser steht noch über dem König. Im Heiligen Römischen Reich deutscher Nationen war es üblich den Kaiser zu wählen, wobei hier keine Frau regierende Kaiserin werden konnte. So wurde Maria Theresia von Österreich zwar Königin in ihrem eigenen Recht, Kaisern aber nur da ihr Mann der gewählte Kaiser war. Während die mittelalterlichen europäischen Kaiser Rom unterstanden, galt dies später und außerhalb Europas nicht. Gleichzusetzende Titel sind übrigens u.a. der des Sultans und der des Zars.
Die Ansprache unterscheidet sich nicht von dem des Königs, abgesehen von dem möglichen Vorsetzen des Wortes kaiserlich. Nachkommen werden auch hier als (Kron-)Prinz bzw. (Kron-)Prinzessin bezeichnet und mit Hoheit angesprochen.
Im russichen Zarenreich hieß die ein weiblicher Zar Zariza oder auch einfach Zarin. Nachkommen erhielten die Titel Zarewitsch/Großfürst und Zarewna/Großfürstin.
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Tourplan
06.02. Mandys Bücherecke - Das Spiel der Grafen und die Autorin Tanja Penninger
07.02. Little Bookland - Schach
08.02. Books on Fire - Adelstitel
09.02. Gewinnerbekanntgabe
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Gewinnspiel
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr mir nur ein Kommentar hinterlassen, in welchem ihr folgende Frage beantwortet: Hast du früher davon geträumt zum Adel zugehören oder tust es vielleicht noch immer?

Gewinne
Teilnahmebedingungen
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. 
  • Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn. 
  • Das Gewinnspiel endet am 8.2.2017 um 23:59 Uhr.

Kommentare :

  1. Hallo,
    Danke für den tollen Beitrag. Ich finde die Unterschiede sehr interessant. Vor allem mit den ersten Titeln kommt man schnell durcheinander.

    Ja ich wollte als Kind immer eine Prinzessin sein :p aber die jungste von vielen Kindern, ich dachte dann würde man weniger Verantwortung tragen.

    Liebe Grüße,
    Ira S
    irisch1094@gmail.com

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  2. Ich habe deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen, da ich mich sehr für Geschichte interessiere. :)
    Ich selbst wollte als Kind auch immer Prinzessin sein (natürlich!). Heute würde ich mir nicht unbedingt die wichtigste Position aussuchen da ich nicht so gerne in der Öffentlichkeit stehe. Ich würde wahrscheinlich schon einen gewissen Rang wählen um einen gewissen Komfort zu geniessen aber dennoch genug Freiheiten zu haben.

    LG Anna Eelysium
    fortuna-antias at web.de

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  3. Hallo,

    also ehrlich gesagt habe ich nie davon geträumt, da ich das gar nicht so erstrebenswert finde... ich denke man hat dann auch viel Verantwortung...

    LG

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  4. Ja, ich wäre gerne eine Prinzessin... das weisst du ja sicher inzwischen... aber es wäre auch ganz schön stressig und ich mag mein gemütliches, privates Leben...

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  5. Hallo,
    eigentlich nicht. Ich wollte eher in der Küche die Kuchen und Torten backen. Wenn man damals am Hof Köchin oder Konditorin war, hatte man immer was zu essen HIHI. Danke für deine Arbeit zu dem Thema.
    lg Alex

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  6. Hallöchen und danke für den tollen Beitrag. :)
    Ich glaube, jedes Mädchen wollte mal Prinzessin sein, aber ich denke, so erstrebenswert ist das heute nicht mehr, auch wenn natürlich schon das Geld oder der Ruhm reizt, aber ich glaube, heute ist ein angesehener Name auch kein Versorger mehr.
    Alles Liebe,
    Katja

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