Allgemein

[Rezi] Laurie Frankel – Der Algorithmus der Liebe

Inhalt
Mithilfe eines Computers hat Sam seine Traumfrau Meredith gefunden. Als
deren Oma Livvie stirbt, versucht er sie zu trösten: Er lässt seinen
Rechner aus alten E-Mails von Livvie eine neue Nachricht generieren, wie
die Oma sie geschrieben haben könnte. Meredith ist begeistert! Sie will
weiter mit ihrer virtuellen Livvie kommunizieren. Und sie will anderen
ebenfalls die Möglichkeit bieten, auf diese Weise mit ihren geliebten
Verstorbenen in Kontakt zu bleiben. Doch damit beginnen die Probleme.
Und auch die tiefe Liebe zwischen Sam und Meredith steht bald vor einer
gigantischen Prüfung.
Erster Satz
„Sam Elling füllt das Online-Formular der Partneragentur aus und schwankt zwischen Lachen und Weinen.“
Gestaltung
Das Cover ist in sehr hellen Pastellfarben gehalten und zeigt einen Baum mit dem Titel, welcher umrahmt von Mistelzweigen ist. Die Schrift des Titels schwangt von verschlungener Schön- bis zur auffälligen Comicschrift. Am unteren Ende der Baumes sitzt, im Schattenschnitt dargestell,t ein Mann der Musik hört und seinen Rücken zu einem nachdenklich wirkenden Mädchen gekehrt hat.
Beide werden aus der oberen linken Ecke von einem Armor anversiert.
Das Cover passt eher wenig zum Inhalt, dennoch ist es schön anzusehen und erkennt sofort, dass es sich um eine Liebesgeschichte handeln muss. 
 

Verglichen jedoch mit dem Originalcover, gefällt mir eben dieses besser, da es sich mit Merediths Leidenschaft für Modellflugzeuge auseinander setzt, welche auch ein immer wieder kehrendes Element in der Geschichte darstellen.
Dennoch gefällt mir die innere Gestaltung des deutschen Buches sehr gut, da sie sehr einfach, dafür allerdings klassisch gehalten wurde. Ebenfalls wurde das Buch in drei Teile eingeteilt, wobei jeder Teil mit einem jeweils passigen Zitat beginnt.
Meine Meinung
Vor ein paar Monaten hatte ich dieses Buch auf Lovelybooks gewonnen, aber irgendwie vergessen zu lesen und nun kam es dran. Ich bin ohne Hoffnungen rangegangen, obwohl mich die Thematik schon reizt.
Ich wurde positiv überrascht, trotz eines sehr klischeehaftigen Beginns. Meredith und Sam sind sehr vielschichtige Charakter, welche sehr nachvollziehbar handeln und einen manchmal auch zum schmunzeln bringen. Doch auch Merediths Trauer wird von Frau Frankel sehr schön in Szene gesetzt, jeder der schonmal jemand sehr vertrauten verloren hat, weiß, dass man nie komplett damit fertig wird und die Person auch auf Ewig vermissen wird.
Zwar wird nicht viel erklärt, wie ein Algorithmus erstellt wird und die Funktionsweise nur grob angeschnitten, aber das reicht auch vollkommen, da es mehr auf die Charaktere, welche ihn nutzen ankommt. So wird man als Leser zwar kontinuierlich mit dem Thema Tod konfrontiert, allerdings auf die unterschiedlichsten Weisen. Mich hat es zum Nachdenken angeregt, ob ich, sofern es diesen Algorithmus gäbe, ihn nicht auch nutzen wollen würde.
Gefallen hat mir aber auch, dass Laurie Frankel die Grenzen und Konsequenzen, welche aus so einer Entwicklung resultieren bedacht und mit einfließen lassen hat. Dies fügt dem Buch einen realistischen Charme hinzu.

Der Schreibstil von Laurie Frankel ist flüssig und vollkommen verständlich, des Weiteren bürgt er viel Charme und Witz in sich, was den Leser dazu animiert, weiter lesen zu wollen. Leider erkennt man auf Grund des kitschigen Covers leider nicht sofort, dass es sich nicht um ein Chick-Lit handelt sondern um einen soliden Roman, welcher den Leser dazu bringt über sich und den Tod in einer charmenten und nicht melodramatischen Art zu beschäftigen.
Mit gutem Gewissen kann ich nur empfehlen dieses Buch zu lesen.

Wertung

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