Mary Stuart verfilmungen
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[Filme&Serien] 6 Verfilmung des Lebens der Mary Stuart

Eine der schillerndsten Figuren der weiteren Tudorverwandtschaft ist Mary Stuart. Gekrönt als sie gerade mal sechs Tage alt war, ist das Leben der einzigen schottischen Königin aus eigenem Recht turblenter als so manche Daily Soap. Kein Wunder daher, dass ihr Leben bereits so oft verfilmt wurde. Aus diesem Grund habe ich mich für diese Liste auf Filme und Serien beschränkt, in denen Mary eine Hauptrolle spielt und nicht nur als Antagonistin für Elizabeth I dargestellt wird.

Reign (2013-2017)

Fangen wir doch gleich mit dem bekanntesten Beispiel an: Reign. Reign ist vor allem bekannt für seine schönen, aber absolut nicht in die dargestellte Zeit passenden Kostüme. Geschichtlich ist Reign auch eher grob inspiriert von Marys Geschichte als das, was wissenschaftlicher Konsens ist. Dennoch fand die Serie weltweit großen Anklang und weckte neues Interesse an der historischen Figur Mary Stuart. Des Weiteren ist es eines der wenigen Versuche ihre Geschichte zu erzählen, als sie noch in Frankreich lebte.

Reign kommt auf vier Staffeln mit insgesamt 78 Folgen. Ab Staffel 3 wird die Geschichte auch aus der Sicht von Elizabeth I. erzählt. Des Weiteren wird die Serie nach und nach erwachsener. Sind die ersten 13 Folgen noch stark ein Teendrama, spielen Politik, Intrigen und Machtspielchen nach und nach größere Rollen und auch ältere Charaktere rücken mehr in den Vordergrund. Reign hält sich im Wesentlichen an die wichtigen Ereignisse in Mary Stuarts Leben, verpasst ihnen aber gerne mal einen anderen Kontext. Insgesamt ist die Serie nicht zu empfehlen, wenn man etwas historisch akkurates sehen möchte. Dafür ist es aber eine, in meinen Augen, doch sehr feministische Geschichte vieler Frauen, die für sich und ihre Überzeugungen einstehen.

Reign ist in Deutschland u.a. bei Netflix und joyn (hier nur teilweise) verfügbar. Die erste Staffel gibt es auch auf DVD* zu kaufen, alle weiteren Staffeln gibt es nur als VoD*, wobei Staffel 4 momentan zumindest bei amazon (noch) nicht zur Verfügung steht. Ausgestrahlt wurde und wird die Serie in Deutschland bei sixx.


Mary Queen of Scots (2013)

Mary Queen of Scots ist ein 2013 veröffentlichter Film vom schweizer Regisseur Thomas Imbach, welcher auch das Drehbuch geschrieben hat. Der Film orientiert sich an der im deutschen Sprachraum sehr bekannten Biografie „Maria Stuart“ von Stefan Zweig* aus dem Jahr 1935. Gedreht wurde sowohl in Englisch als auch Französisch, was tatsächlich äußerst passend ist. Mary wuchs immerhin seit ihrem sechstem Lebensjahr in Frankreich auf, war, wenn auch nur recht kurz, französische Königin und ihre eigene Mutter war ebenfalls Französin. Der Film setzt an als Mary aus Frankreich nach Schottland zurückkehrt.

Der Film ist definitiv keine leichte Kost und ich werde ihn mir irgendwann nochmal in Ruhe ansehen müssen. Als Indiefilm ist er definitiv nicht für ein Massenpublikum gemacht. Er geht für mich schon in Richtung Art House. Vermutlich empfand ich ihn deswegen doch schon teilweise als ziemlich anstrengend. Dennoch möchte ich dem Film irgendwann nochmal eine Chance geben. Als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, wollte ich Teile von ihm für eine Hausarbeit analysieren, da schaut man eh immer nochmal anders als zur Unterhaltung.

Mary Queen of Scots ist auf DVD* und Bluray* sowie als VoD* in Deutschland verfügbar. Momentan ist der Film bei keinem der großen Streaminganbieter im Abo enthalten.


Queens: The Virgin and the Martyr (2017)

Diese Serie ist unter mindestens drei Namen mir bekannt: Queens, Reinas sowie Queens: The Virgin and the Martyr. Die Serie ist eine spanisch-britische Koproduktion und beleuchtet neben der Geschichte Mary Stuarts und Elizabeth Tudors auch noch die Geschehnisse in Spanien zur selben Zeit. Die Serie beginnt, wie so oft, mit der Rückkehr Marys nach Schottland.

Mir ist die Serie vor allem durch eines in Erinnerung geblieben: Die unheimlich vielen Kostüme. Ich bin nur bis Folge 4 gekommen, aber bisher haben sowohl die zentralen weiblichen Charaktere Mary Stuart, Elizabeth Tudor und Elisabeth von Valois in jeder ihrer Szenen ein anderes Kleid angehabt und noch kein einziges wiederholt. Bisher habe ich auch noch keines der Kleider mal bei Recycled Movie Costumes gesehen, so dass sie entweder nur für diese Produktion gefertigt oder selten ausgeliehen wurden bisher. In meinen Augen sind die allermeisten auch nicht historisch akkurat, obwohl sie schon näher dran sind als Reign in den ersten beiden Staffeln. Aber das könnte Kat von Zeitfäden eventuell besser beurteilen als ich. Auch wenn es nicht ganz ihre Epoche ist, hat sie sich doch wesentlich mehr auf historische Mode spezialisert als ich.

Mich hat die Serie bisher kaum überzeugen können. Vielleicht liegt es auch daran, dass wirklich andauernd Sexszenen vorkommen. Mary und David Rizzio (deren Affäre meines Wissens nie nachgewiesen wurde) und Elizabeth und Dudley fallen quasi andauernd übereinander her. Gut gefallen hat mir allerdings, dass Mary hier tatsächlich nicht als unbedingt rein gute Person dargestellt wird, sondern als jemand, den man schon als arrogant oder auf Englisch als „entitled“ bezeichnen würde. Maria Stuart, Königin von Schottland porträtiert Mary zwar ähnlich, aber es ist wesentlich ausgeprägter in Queens.

In Deutschland ist Queens: The Virgin and the Martyr quasi nicht zu bekommen. Tatsächlich ist die einzige legale Möglichkeit, die ich kenne, über die amerikanische amazon Seite. Eine DVD oder Bluray konnte ich weder auf Englisch noch auf Spanisch ausfindig machen. Falls jemand noch weitere Quellen kennt, schreibt sie bitte in die Kommentare.


Maria Stuart, Königin von Schottland (2018)

Die neueste und bisher letzte Verfilmung im Bunde ist Maria Stuart, Königin von Schottland, welche im Englisch auch als Mary Queen of Scots bekannt ist. Die Hauptrollen spielen hier Saoirse Ronan als Mary Stuart und Margot Robbie als Elizabeth I. Wie auch die meisten anderen Verfilmungen beginnt der Film erst mit Marys Rückkehr aus Frankreich. Ähnlich wie in Mary Queen of Scots von 2013 wird auch hier in einigen Szenen Französisch gesprochen.

Der Film wurde für seine Ungenauigkeiten ebenso kritisiert wie jede andere Verfilmung bisher. Auch die Macher von Maria Stuart, Königin von Schottland, konnten nicht anders als ein fiktives Treffen mit Elizabeth einzubauen. Die beiden Frauen haben sich nie getroffen und nur durch Briefe miteinander kommuniziert. Ebenfalls kritisiert wurde Marys schottischer Akzent, da sie in Frankreich aufgewachsen sind. Ich muss sagen, ich finde das schwer zu beurteilen und habe bisher noch keine Quelle gelesen, in der das mal thematisiert wurde. Je nachdem von wem sie Englisch gelernt hat, wird ihr eigener Akzent sich daran orientieren. Die kreative Entscheidung Mary und ihren Hof nicht Scots sprechen zu lassen, verstehe ich, da dies unheimlich viele Untertitel und wahrscheinlich falsche Aussprachen bedeutet hätte. Stattdessen einen schottischen Akzent zu nutzen, finde ich legitim.

Der Cast von Maria Stuart, Königin von Schottland, ist farbenblind, d.h. Schauspieler und Schauspielerinnen können einer anderen Ethnie angehören als der historische Charakter. Dazu mag man stehen wie man nun will, der Regisseur wollte keinen rein kaukasischen Cast. Die beiden prominentesten Rollen, welche mit anderen Ethnien besetzt wurden, sind Elizabeths Vertraute Bess of Hardwick, Marys Vertraute Mary Seton und der englische Botschafter Thomas Randolph. Bess of Hardwick wird von Gemma Chan gespielt, die man auch aus Crazy Rich* kennt. Randolph wurde mit Adrian Lester besetzt. Izuka Hoyle, welche im Musical Six auch schon Catherine Parr gespielt hat, ist Mary Seton.

In Deutschland ist Maria Stuart, Königin von Schottland als DVD*, Bluray*, 4K Bluray* und VoD verfügbar. Momentan ist der Film auch bei Sky Go und Sky Ticket inklusive.


Maria Stuart – Blut, Terror und Verrat (2004)

Maria Stuart - Blut, Terror und Verrat
Screenshot aus der ersten Folge von Maria Stuart – Blut, Terror und Verrat (00:43:10).

Doch auch vor 2013 wurden Mary Stuarts Leben verfilmt. 2004 veröffentlichte die BBC den Zweiteiler Maria Stuart – Blut, Terror und Verrat, welcher im Original Gunpowder, Treason and Plot heißt. Der deutsche Titel passt eher nur für die erste Folge, handelt die zweite doch bereits von Marys Sohn James. Auch diese Verfilmung beginnt wieder mit Marys Ankunft in Schottland.

Im Zweiteiler spielen so einige bekannte Schauspieler mit. Die Hauptrolle übernimmt Clémence Poesy, welche später durch die Harry Potter Filme* bekannt wurde. Ebenfalls dabei ist Kevin McKidd, welchen man inzwischen eher als Owen Hunt aus Grey’s Anatomy* kennt. Marys Sohn wird in der zweiten Folge von Robert Carlyle gespielt und Guy Fawkes von Michael Fassbender.

Maria Stuart – Blut, Terror und Verrat ist auf DVD* nur noch gebraucht zu bekommen. Eine VoD Edition existiert leider nicht und der Zweiteiler ist auch bei keinem Streaminganbieter in Deutschland verfügbar.


Maria Stuart, Königin von Schottland (1971)

Auch vor den 2000ern gab es schon Verfilmung von Marys Leben. Die bekannteste ist vermutlich der 1971 erschienene Film Maria Stuart, Königin von Schottland. Die Hauptrollen spielen hier Vanessa Redgrave als Mary und Glinda Jackson als Elizabeth I. Auch dieser Film beinhaltet wieder ein fiktives Treffen der beiden Königinnen.

Tatsächlich ist dieser Film der einzige auf dieser Liste, welchen ich bisher nicht geschaut oder wenigstens angefangen habe zu schauen. Ich habe allerdings vor dies noch nachzuholen. Der Film an sich erhielt damals eher gemischte Kritiken, war jedoch aber auch bei den Golden Globes und den Oscars für die beste Hauptdarstellerin nominiert sowie in einigen anderen Kategorien.

In Deutschland ist Maria Stuart, Königin von Schottland momentan nur DVD* erhältlich. Eine VoD Version gibt es zum Leihen und Kaufen momentan nur bei CHILI. Sie war auch mal bei amazon* verfügbar, ist es aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr.


Das waren sechs Verfilmungen des Lebens Mary Stuarts. Kennt ihr noch weitere Adaptionen ihrer Geschichte? Schreibt sie mir doch in die Kommentare.

Mir sind noch mindestens ein weiterer bekannt, den ich aber nicht in diese Liste mit aufnehmen wollte. Es ist Das Herz der Königin von 1940 mit Zarah Leander. Das liegt daran, dass ich ihn noch nicht gesehen habe und er aus der Nazi-Zeit stammt. Daher, falls ihr diesen Film schauen wollt, denkt immer daran, dass es sich hier auch um ein Propagandawerkzeug gegen den Kriegsgegner Großbritannien handelt. Der Film ist auf DVD in der UFA Klassiker Edition zu bekommen.

Zu welchen bekannten Frauen der Geschichte würdet ihr denn gerne ähnliche Listen lesen? Bereits erschienen ist ein Beitrag über Serien in denen Katharina die Große im Vordergrund steht.

3 Kommentare

  • Nicole

    Ich habe ja tatsächlich bisher nur „Reign“ und „Maria Stuart, Königin von Schottland“ gesehen, die haben beide aber mein Geschichtsnerd Herz bluten lassen, weil sie eben so stark Fakt und Fiktion mischen. Ich muss aber gestehen, dass mir „Reign“ etwas besser gefallen hat, weil ich dort die Darstellung von Elizabeth I. gelungender finde – Rachel Skarsten verkörpert die Eigenschaften, die man mit ihr verbindet, hervorragend. Deshalb habe ich dann zu „Reign“ eine kleine Hassliebe. Fand ja auch Adelaide Kane als Mary unfassbar gelungen sowie der Fakt, dass sie dort auch nicht als Heilige dargestellt wird. Sondern eben so ihre Schwächen und Fehler hat.

    Die anderen Verfilmungen habe ich bis dato noch nicht gesehen, aber der Film „Mary Queen of Scots“ poppt bei mir in den Amazon Vorschläge öfter mal auf – bisher hatte ich ihn nicht gekauft, weil ich halt echt gemischte Meinungen gelesen habe.
    Ich habe mir jetzt mal den Trailer zu Queens angeschaut und der haut mich auch nicht um, wirkt irgendwie so leicht trashig. Für so ne Serie braucht man einfach ziemlich viel Budget und auch echt begnanedete Schauspieler, damit das funktioniert. Dazu nervt mich schon im Trailer, dass da Mary und Elizabeth ständig auf einander treffen. Zumindest hier ist man ja bei „Reign“ der Geschichte treu geblieben und hat beide Frauen nie aufeinandertreffen lassen.

    Also ich finde ja die Frauen von Henry VIII würden sich dafür auch anbieten, vielleicht nicht einzeln, aber das man für alle 6 einen gemeinsamen Post macht und die dann abhandelt oder Henry VIII selbst, der ist ja generell sehr beliebt als Vorlage. Vielleicht auch der Sonnenkönig? Da musste ich gerade an „Versailles“ denken, gibt aber ja zu ihm noch mehr Filme.

    • BooksonFire

      Hallöchen Nicole,

      kann dir da nur zustimmen. Stimmt Henrys sechs Ehefrauen wären auch noch interessant, wobei ich da doch tatsächlich zwei Beiträge drauß machen würde. Gäbe da zwar dann auch sicherlich einige Doppelungen, aber Katharina von Aragon und Anne Boleyn haben ja noch mal wesentlich mehr Verfilmungen ihrer Geschichten als die anderen vier. Habe ich mir jetzt mal glatt notiert, damit ich es nicht wieder vergesse.

      Das Budget für Queens war tatsächlich sogar ziemlich hoch mit jeweils 2 Millionen Euro pro Folge, also 20 Millionen insgesamt. Meiner Meinung nach hat man das aber vor allem irgendwie in das Setdesign (welches ich ganz gut finde) und viel zu viele Kleider gesteckt, statt in eine gute Story und vernünftige Schauspieler. Gut, ich habe schon schlechtere Schauspieler gesehen, aber eben auch schon wesentlich bessere, vor allem für die Rollen der Elizabeth und Mary. Zu den Kostümen, man muss weder Mary noch Elizabeth jedes Kleid nur ein einziges Mal tragen lassen. Kleider waren verdammt teuer und wurden auch damals schon mehrfach getragen, auch wenn man steinreich war, was Elizabeth dank ihres Vaters und seiner Ausgaben ja anfangs nichts mal war. Das Einzige richtig gute an den Kostümen ist eigentlich auch nur, dass Elizabeth immer irgendwie Perlen trägt, was ja als ihre Schwäche bekannt ist. Schade, dass man hier das Potenzial so verschenkt hat.

      Liebe Grüße
      Sarah

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