Blood Heir von Amélie Wen Zhao
Allgemein,  Rezensionen

[Rezi] Amélie Wen Zhao – Blood Heir [Blood Heir]

Klappentext

In the Cyrilian Empire, Affinites are reviled. Their varied gifts to control the world around them are unnatural—dangerous. And Anastacya Mikhailov, the crown princess, has a terrifying secret. Her deadly Affinity to blood is her curse and the reason she has lived her life hidden behind palace walls.

When Ana’s father, the emperor, is murdered, her world is shattered. Framed as his killer, Ana must flee the palace to save her life. And to clear her name, she must find her father’s murderer on her own. But the Cyrilia beyond the palace walls is far different from the one she thought she knew. Corruption rules the land, and a greater conspiracy is at work—one that threatens the very balance of her world. And there is only one person corrupt enough to help Ana get to its core: Ramson Quicktongue.

A cunning crime lord of the Cyrilian underworld, Ramson has sinister plans—though he might have met his match in Ana. Because in this story, the princess might be the most dangerous player of all.

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Zitat

„That’s life […]. This isn’t one of the fairy-tale stories you read in your childhood, where the hero always wins in the end. You’ll have many battles to fight, and you won’t win them all. And at the end of every single day, you’ll always face the same choice: keep fighting, or give up.“ – Kapitel 42.

Meine Meinung

Letztes Jahr wurde „Blood Heir“ von Amélie Wen Zhao heftigst in der englischen Buchcommunity diskutiert. Der Autorin wurde unter anderem Rassimus vorgeworden. Aufgrund dieser Kontroverse wurde das Buch zuerst vom Verlag gecancelt, letztendlich dann aber doch veröffentlicht. Heute möchte ich mit euch teilen, wie mir dieses heiß diskutierte Buch gefallen hat.

Blood Heir“ wird hauptsächlich aus Anas und Ramsons Perspektive erzählt, gegen Ende kommt noch eine dritte Erzählerin hinzu. Geschrieben ist das gesamte Buch in der dritten Person. Ana ist die Kronprinzessin von Cyrilia oder zumindest war sie es bis sie des Mordes an ihrem Vater, dem Kaiser, bezichtigt wurde und fliehen musste. Nun ist sie auf der Suche nach der einzigen Person, die ihre Unschuld beweisen kann. Zugleich kämpft sie mit ihrer Gabe das Blut anderer kontrollieren zu können. Ramson hingegen ist ein Verbrecher, welcher eine steile Karriere in der Order of the Lily hingelegt hat, bevor er verraten wurde und im Gefängnis landete. Doch er sinnt auf Rache. Zur gleichen Zeit werden magische affine Menschen in Cyrilia versklavt.

Ich mochte Ana ganz gerne. Sie war weit von perfekt und ihre Motive waren klar, zugleich bot sich durch sie sowohl ein Einblick in die cyrilische Oberschicht als auch auf diejenigen, die aufgrund ihrer Gaben diskriminiert und versklavt werden. Ana ist undercover immer auf der Flucht und muss fürchten geschnappt und versklavt zu werden. Offiziell gibt es Arbeitsverträge, aber diese werden selten freiwillig eingegangen und können vom „Arbeitgeber“ frei und nach Belieben weiterverkauft werden.

Besonders der Aspekt der Sklaverei wurde ja heftigst kritisiert und Vorwürfe des Rassismus wurden laut. Ich persönlich konnte keinen der Vorwürfe in der Geschichte finden. Von der Sklaverei ist nicht nur eine bestimmte Hautfarbe betroffen, sondern jeder und jede, der oder die eine magische Affinität hat. Es kann sein, dass problematische Stellen nochmals überarbeitet oder aber das Dinge hineininterpretiert wurden, ich weiß es nicht. Für mich persönlich konnte ich keinen Rassismus in „Blood Heir“ finden. Solltet ihr allerdings anderer Meinung sein, würde ich diese gerne hören. Man lernt schließlich nie aus.

Zu Ransom habe ich nicht allzu viel zu sagen. Er ist der junge Protegé des berühmtesten Crime Lords Cyrilias. Ransoms Geschichte erfahren wir immer wieder in Form von Rückblenden, die immer ein bisschen mehr über ihn und seinen Charakter verraten sollen. Seine und Anas Beziehung empfinde ich im ersten Buch als gelungen. Nichts wird überstürzt und sie wissen jeweils, was sie aus dieser Beziehung gewinnen wollen. Ich weiß nicht, was ich von May halten soll. Einerseits erfährt man durch sie viel über das Leben der magischaffinen Sklaven, andererseits soll sie, so meine Meinung, Anas führsorgliche Seite zeigen. Für mich fühlte der Charakter allerdings eher wie ein Plot Device als eine Figur mit Ecken und Kanten an.

Das letzte Drittel des Buches reiht Event an Event. Mir fehlten hier die ruhigen Momente zwischendrin. Groß auffahren ist toll, aber wenn nur groß aufgefahren wird, verliert das Spektakel seinen Reiz. Ich denke, hier hätte man wesentlich eher einen Cut zum zweiten Band setzen sollen. So würde „Blood Heir“ mit einem Knall enden und „Red Tigress“ ebenso mit einem beginnen, ohne den Leser mit Reizen zu überfluten.

Apropos Spektakel. Wer Kampfszenen mag, wird „Blood Heir“ lieben. Wer allerdings, so wie ich, eher auf die Plannung von Intrigen und Hinterhälten steht, der wird etwas enttäuscht sein. Meiner Meinung nach hätte man die Waage dort besser finden können, wenn man die dritte Erzählerin durch jemanden von der Antagonistenseite ersetzt hätte. Für mich persönlich, waren es zu viele, zu lange, zu schnell aufeinanderfolgende Kampfszenen. Wie auch beim letzten Drittel würde ich mir wünschen, dass Amélie Wen Zhao in Zukunft diese Spektakel gezielter und punktueller einsetzt.

Interessant fand ich, dass russische oder russisch inspirierte Begriffe verwendet wurden. Wie schon bei „Ash Princess“ , wo vor allem Deutsch genutzt wurde, verleiht dies der Welt noch einmal eine weitere Ebene und zugleich eine Andersartigkeit. Russische Geschichte und Kultur erscheint mir momentan auch ein Trend in der Jugendfantasy zu sein, so sind das Grischaverse* und The Crown’s Game-Dilogie* zum Beispiel von dieser inspiriert.

Fazit

„Blood Heir“ reiht sich ein in die Gruppe russisch inspirierten Jugendfantasy. Von den Vorwürfen des Rassismuses, wie sie letztes Jahr laut wurden, konnte ich nichts finden. Allerdings reiht sich Spektakel and Spektakel, so dass man als Leser vor allem im letzten Drittel kaum zum Verarbeiten des Gelesenen kommt. Insgesamt ist „Blood Heir“ unterhaltsam, hat aber vor allem im Pacing noch einiges an Verbesserungsbedarf.

Wertung

3,5

 

 

 

 


Die „Blood Heir“-Trilogie

  1. Blood Heir | Herz aus Blut und Asche* [ET: 10. August 2020]
  2. Red Tigress* [ET: 02. März 2021]
  3. Unbekannter Titel

2 Kommentare

  • reisenderbuecherwurm

    Hallöchen,

    ich bin über das Litnetzwerk auf diesen Beitrag gestoßen.
    Ich hatte von der Kontroverse auch am Rande mittbekomen, aber wusste trotzdem wenig über das Buch an sich.
    Deine Rezension hat mich trotz der Kritikpunkte neugierig gemacht, obwohl ich eigentlich nicht mehr so viel YA lese.
    Ich glaube ich werde es mal mit „Bloodheir“ versuchen.

    LG
    Elisa

    • BooksonFire

      Hallöchen Elisa,

      Blood Heir geht ja auch eher schon wieder in Richtung New Adult vom Alter der Charaktere her. Aber diese Unterscheidung wird in Deutschland ja meist ausgelassen und wir haben nur Jugendbuch oder Erwachsen. New Adult wird ja oft nur für Romantik verwendet, was ich ziemlich schade finde, da ich mich inzwischen in dem Alter befinde, in dem Jugendbuchcharaktere für mich zu jung werden, aber erwachsene Charaktere widerrum noch zu alt sind, als dass ich mich in sie und ihre Situation hineinfühlen kann.

      Liebe Grüße
      Sarah

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