Allgemein,  Rezensionen

[Rezi] Logan Keys & Yessi Smith – The Noble Throne [Game of Realms]

Klappentext

A prince and princess from opposing kingdoms find themselves in an arranged marriage after one near-fatal mistake. Liana was destined to rule all of the realms, that is, until she puts her throne in danger when she attacks a wolf and prince who’s wandered out of winter and into her territory. Noble isn’t supposed to be king of winter yet, but fate has other plans. When he agrees to marry Liana he finds that trusting someone with your heart is twice as difficult as trusting them with your kingdom. War has begun and it’s not just in their bedchamber. Can these two royals join hearts to face treachery? Or will disaster befall those who live and die on the throne?

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Zitat

„When you fight, Noble, you fight to win. If death is what is warranted, you fight until you are the victor. Until you are drained of your own blood, you fight. Until you expend your last breath, only then can you retreat. You mustn’t hold back. Not ever.“ – Kapitel 10.

Meine Meinung

Auf „The Noble Throne“ bin ich durch Zufall gestoßen und das Cover sowie der Klappentext haben mich sofort angesprochen. Machtspielchen und Intrigen sind genau mein Ding und die Beschreibung klang nach etwas, was genau das versprechen würde.

Was der Klappentext allerdings nicht verrät ist, dass es sich hier nicht nur um ein gewöhnliches Ränkespiel bei Hofe handelt, sondern die Protagonisten auch noch Gestaltwandler sind. An sich würde mich das nicht stören, wenn denn wenigstens die Mythologie vernünftig erklärt werden würde. Von dem was mich mitbekommen habe, gibt es nur noch Wölfe und Löwen, die jeweils das Reich des Winters beziehunsgweise des Sommers kontrollieren. Früher sollen auch Bären und Tiger Macht besessen haben. Des Weiteren gibt es noch das Volk des Frühlings, welches aus Kleintieren wie zum Beispiel Hasen besteht. Unsere Welt ist ein Mythos für die Gestaltwandler und wir die Monster aus ihren Schauergeschichten. So weit, so gut.

Jedoch scheinen die Reiche entweder sehr klein zu sein oder die Charaktere können sich teleportieren. Auch scheint es keine wirklichen Grenzposten oder ähnliches zu geben, da jeder hin und her springen kann wie er oder sie möchte. Ich fand dies auf Dauer etwas nervig und es fühlte sich so an als hätten sich die Autoren nicht entscheiden können auf welchem Schauplatz nun der Fokus liegen soll.

Auch die Charaktere wirkten sprunghaft. Liana gibt sich stark und unabhängig, jedoch je weiter die Geschichte voranschreitet desto mehr wird sie Jungfrau in Nöten, welche von Noble gerettet werden muss. Zuvor jedoch wird sie als mächtige und starke Löwin dem Leser vorgestellt. Doch auch Noble ist manchmal nur schwer erträglich. Er ist stark besitzergreifend und impulsiv. Zugleich wechselt seine Stimmung von Sekunde zu Sekunde. Ich hab ja nicht dagegen, wenn Charaktere nicht perfekt sind, eigentlich liebe ich es sogar, aber hier wirkt es eher so als würde Noble sich wie weicher Ton von den Autoren gerade dahinbiegen lassen, wie es ihnen passt, statt einen echten Charakter zu entwickeln.

Habe ich eigentlich schon das schreckliche Frauenbild erwähnt? Einerseits werden viele weibliche Charaktere als starke Persönlichkeiten angeteast, nur um dann zum Beispiel Liana denken zu lassen, dass sie als Frau gerade hysterisch ist. Bitte was? Das Noble sowas denkt, habe ich noch durchgehen lassen als Widerspiegelung einer misogynen Gesellschaft, aber Liana? Liana, die ein Leben lang von der Macht und von der Krone träumt? Liana, die von der eigentlich Herrscherin des Sommerreiches großgezogen wurde? Nein, das war einfach unglaubhaft. Zu keiner Zeit wurden diese Aussagen revidiert oder als falsch bewertet. Sie standen einfach nur im Raum und als Leser musste man sie hinnehmen.

Auch sonst hat das Buch noch weitere Punkte auch der Stereotypenliste abgehakt. Liebe auf den ersten Blick zum Beispiel. Wobei das später versucht wird zu revidieren und dann als Lust bezeichnet wird. Nun ja. Das Buch wirkt vom Cover her auch wie ein typisches Jugendbuch. Nein. Es werden eine Menge Seiten mit mal mehr, mal weniger detailierten Sexszenen gefüllt, die den Plot, meiner Meinung nach, nicht voranbringen geschweige denn die Charaktere entwickeln.

Was ich dem Buch allerdings zu Gute halten muss, ist der Schreibstil. Trotzallem was ich kritisiert habe, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und hab es in weniger als 24 Stunden durchgelesen. Der Cliffhanger ist auch nicht schlecht, aber Band 2 sollte bereits vor einem Jahr erscheinen und bisher ist nichts in Sicht.

Fazit

The Noble Throne“ enttäuscht mit dem dargestellten Frauenbild sowie flachen und widersprüchlichen Charakteren, die sich in einer kaum ausgearbeiteten Welt bewegen. Dennoch konnte ich aufgrund des Schreibstils das Buch kaum aus der Hand legen.

Wertung

2

 

 


Die „Game of Realms“-Reihe

  1. The Noble Throne
  2. Unbekannter Titel [sollte Frühjahr 2018 erscheinen]

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