[Serien] 5 weitere historische Frauen, die eine Serie verdienen würden
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[Serien] 5 weitere historische Frauen, die eine Serie verdienen würden

Letzten Dezember habe ich einen Beitrag geschrieben über sieben adelige Frauen der Geschichte, deren Leben ich mir gerne verfilmt ansehen würde. Damals kam dieser Beitrag ziemlich gut an. Es gibt noch so viele weitere Frauen, die die Geschichte prägten oder einfach nur ein interessantes Leben führten. Ich habe heute nochmal fünf Frauen für euch mitgebracht, deren Leben für mich ideal für eine (Mini)Serie wären.

Charlotte of Wales

Portrait von Princess Charlotte of Wales um 1817 von George Dawe
Portrait von Princess Charlotte of Wales um 1817 von George Dawe | ©CC-PD

Wir alle kennen Queen Victoria, doch es hätte sie wahrscheinlich nie gegeben, wenn nicht die ursprüngliche Thronerbin im Kindbett verstorben wäre. Ich spreche von niemand geringerer als Princess Charlotte of Wales.

Charlotte war das einzige Kind von George IV von Großbritannien, Irland und Hannover und seiner Ehefrau Caroline von Braunschweig-Wolfenbüttel. Aufgrund der zerrütteten Ehe ihrer Eltern wuchs Charlotte größtenteils ohne ihre Mutter auf, der es nicht gestattet war ihr eigenes Kind zu sehen, außer in Anwesenheit einer Gouvernante. Das Personal hielt sich mal mehr, mal weniger daran.

Charlotte wurde als eigenwillig beschrieben. Als sich abzeichnete, dass sie eines Tages ihren Vater beerben würde, kümmerte er sich darum ihr eine angemessene Erziehung und Bildung zu verschaffen. So sollte der Bischoff von Exeter Charlotte in Glaubensfragen unterrichten, immerhin ist ein Teil der britischen Königstitels auch „Defender of the Faith“. Charlotte allerdings, lernte nur das worauf sie Lust hatte. Unter anderem lernte sie zum Beispiel von Jane Mary Guest das Komponieren, in dem sie auch sehr gut gewesen sein soll.

Als Teenager jedoch wurde sie für ihr Benehmen kritisiert. So würde sie wenig würdevoll sich geben und ihre langen Unterhosen würden unter ihrem Kleid hervorschauen. Aber ist das ein Wunder, wenn der eigene Vater einer strengen Erziehung unterzieht? George selbst war streng erzogen wurden und hatte dagegen rebelliert, doch anstatt daraus zu lernen, machte er es bei seiner Tochter genauso. So bekam sie nur wenig Geld für ihre Gaderobe und musste in der Oper hinten sitzen sowie vor dem Ende der Aufführung gehen. Charlotte verbrachte somit viel Zeit mit ihren unverheirateten Tanten und langweilte sich sehr. Ob aus dieser Langeweile heraus oder tatsächlich Anziehung begann sie eine heimliche Beziehung mit ihrem illegitimen Cousin George FitzClarence. Alle außer ihrem Vater waren in dieses offene Geheimnis quasi eingeweiht. Ihre Mutter gab dem jungen Paar sogar Zeit alleine in ihren eigenen Apartments. Letztendlich wurde aus der ganzen Sache nichts.

Charlottes Liebesleben jedoch würde weiterhin für Konflikte Sorgen. Als ihr Vater befürchtete sie könnte den 20 Jahre älteren Herzog von Gloucester und Edinburgh heiraten, beschimpfte er beide wütend. Er selbst hatte vor sie mit dem niederländischen Thronfolger zu verheiraten, welcher Charlotte aber gar nicht gefiel, da er bei ihrem ersten Treffen sturzbetrunken war. Clever wie sie wahr spielte sie all ihre Trümpfe aus. Erst verlangte sie, dass sie England nicht verlassen müsse, immerhin würde sie dessen Königin werden. Dann stimmte sie einer Verlobung erstmal zu, als dann aber die Bevölkerung und ihre Mutter sich dagegen aussprachen, verlangte sie, dass ihre Mutter immer willkommen sein müsse. Charlotte wusste, dass ihr Vater das niemals erlauben würde, hasste er doch seine Frau.

Künsterlischer Darstellung des ersten Treffens von Charlotte und Leopold
Künsterlischer Darstellung des ersten Treffens von Charlotte und Leopold | ©CC-PD

Zeitgleich ging das Gerücht um, dass Charlotte sich in einen preußischen Prinzen verguckt hatte, vermutlich Prinz August, ein Neffe Friedrich des Großens. Auf einer Party lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, den verarmten Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Dieser schrieb später einen Brief an Charlottes Vater und entschuldigte sich, falls er etwas unangemessenes getan habe. Charlottes Vater war beeindruckt, aber zog Leopold nicht als ernsthaften Heiratskandidaten in Betracht. Ganz anders als seine Tochter. Diese löste die Verlobung zum Niederländer auf. Als ihr Vater sie daraufhin mit Hausarrest bestrafte, rannte sie einfach davon. Nachdem sie zurückkam, stand sie unter strenger Überwachung, was sie aber nicht davon abhielt sich ihren Lieblingsonkel zu nutze zu machen, um ihre Grenzen auszutesten. Ich möchte hier nochmal anmerken, dass Charlotte zu diesem Zeitpunkt gerade mal 18 war und bereits das politische und gesellschaftliche Spiel besser drauf hatte als viele andere ihrer Zeit.

Die nächsten Jahre nervte Charlotte ihren Vater damit, dass sie sich auf Leopold eingeschossen hatte bis dieser schließlich nachgab und den jungen Mann nach England holen ließ. Aber nur weil der Liebste nun in England war, hieß dass nicht, dass sie sich andauernd sehen durften. Tatsächlich erlaubte Charlottes Vater dies nur beim Abendessen und ließ die zwei niemals allein. Letztendlich heirateten die beiden am 02. Mai 1816. Leopold und Charlotte wurden quasi unzertrennlich und man sah sie nur noch zusammen. Nachdem Charlotte früh in ihrer Ehe eine Fehlgeburt erlitten hatte, war sie im April 1817 erneut schwanger. Eine Schwangerschaft, die fatal enden sollte. Als am 03. November die Wehen einsetzten, ahnte noch niemand, dass innerhalb der nächsten 72 Stunden gleich zwei Tragödien eintreten würden. Nach fast zwei Tagen in den Wehen gebar Charlotte einen toten Sohn. Zuerst sah alles bei Charlotte selbst noch gut aus. Sie nahm die Todgeburt mit Fassung, aß etwas und schlief. Gegen Mitternacht jedoch verschlechterte sich ihr Zustand und sie verstarb.

Jetzt habe ich doch mehr geschrieben als ich wollte und das obwohl ich noch gut eingekürzt habe. Ihr seht also, obwohl Charlotte nur 21 Jahre alt war, bietet ihr Leben genug Stoff für eine Serie, die länger als nur eine Staffel gehen würde. Außerdem gäbe genug Drama um selbst lateinamerikanische Seifenopern in den Schatten zustellen.


Helene in Bayern

Portrait von Helene, Erbprinzessin von Thurn und Taxis (geborene in Bayern) von Erich Correns aus dem Jahr 1859
Portrait von Helene, Erbprinzessin von Thurn und Taxis (geborene in Bayern) von Erich Correns aus dem Jahr 1859 | ©CC-PD

Momentan ist in der Serien- und Filmwelt der Sissi-Hype ausgebrochen, wie ich ja schon vor einiger Zeit angemerkt hatte. Ich persönlich würde mich aber freuen, wenn eine Serie oder ein Film auch mal das Leben von Elisabeths älteren Schwester Helene beleuchtet. Die meisten Leute werden sie eher als Néné kennen, die eigentlich von Herzogin Ludovika und Erzherzogin Sophie angedacht war ihren Cousin Franz Joseph zu heiraten und Kaiserin zu werden. Wie wir alle wissen, wollte er aber lieber seine andere Cousine und ihre jüngere Schwester Elisabeth.

Für eine Serie würde ich mir wünschen, dass sie mit der geplatzten Verlobung beginnen würde und danach Helenes Leben verfolgt. Helene litt wie viele Wittelsbacher ihrer Generation unter Depressionen, welche durch die Zurückweisung nur noch verstärkt wurden. Sie selbst hatte mit Anfang 20 schon aufgegeben einen Mann zu finden und ihre Mutter befürchtete, dass die fromme Helene ins Kloster gehen könnte. Letztendlich lernte die junge Frau aber den Erbprinzen von Thurn und Taxis kennen, welcher sofort von ihr hingerissen war. Während seine Eltern sofort zustimmten, war Helenes Onkel König Maximilian von Bayern zuerst gegen eine Vermählung. Die Thurn und Taxis waren im Stand unter den Wittelsbachern. Allerdings intervenierte hier Helenes jüngere Schwester Elisabeth, inzwischen Kaiserin von Österreich, und überzeugte ihren Onkel. Die Ehe von Erbprinz Maximilian und Helene wird allgemein als glücklich bezeichnet, jedoch war jenes Glück schnell zerronen. Nicht mal neun Jahre nach der Eheschließung und nach vier Kindern verstarb Maximilian an einem Nierenleiden. Helene war nun Witwe. Ihr Schwager, der Kaiser, übertrug ihr das Sorgerecht für die Kinder und ihr Schwiegervater band sie mehr und mehr in das Tagesgeschäft der Thurn und Taxis ein. Helene wurde so zum Oberhaupt des Hauses Thurn und Taxis bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes.

Doch auch dieser Sohn verstarb jung und sie wurde erneut Oberhaupt der Familie bis auch ihr zweiter Sohn alt genug war. Erst dann zog sich die fromme Helene vollkommen aus der Politik zurück und widmete sich ihrem Glauben. In all den Jahren pflegte Helene auch weiterhin ein enges Verhältnis zu Elisabeth, die sie während ihrer Lungenkrankheit aus Korfu besuchte und die auch die letzte Person war mit der sie vor ihrem Tod sprach. Wenn in diesem Leben nicht genug Stoff für eine Serie oder wenigstens einen Film steckt, dann weiß ich auch nicht.


Giulia Tofana

Von Giulia Tofana sind keine Portraits überliefert wurden. Ihre Geschichte wurde allerdings nicht vergessen.
Von Giulia Tofana sind keine Portraits überliefert wurden. Ihre Geschichte wurde allerdings nicht vergessen. | ©qimono (via Pixabay)

Schlecht verlaufene Ehen gibt es wohl seit es Ehen gibt. Während wir heute den Luxus haben uns zumeist unsere Partner*innen selbst auszusuchen und wenn es nicht mehr klappt uns zu trennen, war das in früheren Zeiten leider nicht so einfach. Man konnte warten, dass der ungeliebte Ehemann im nächsten Krieg, welcher bestimmt kommen würde, zu Tode käme oder man half halt ein bisschen nach. Eine Erfindung des 17. Jahrhunderts verschaffte Abhilfe: Aqua Tofana.

Giulia, die das Handwerk vermutlich von ihrer Mutter Thofania d’Adamo gelernt hatte, erfand dieses geschmacks- und geruchlose Gift und verkaufte es als Kosmetik getarnt an Frauen, die sich ihrer Gatten entledigen wollten. Ihre Mutter selbst wurde aufgrund des Mordes an deren Ehemann zum Tode verurteilt. Ein Gift, welches man daher nicht wirklich nachweisen konnte, könnte von persönlichem Interesse gewesen sein. Leider endet die beste Giftmischerinnenkarriere auch irgendwann. Bei Giulia war es als eine ihrer Kundinnen im letzten Moment kalte Füße bekam und einen Rückzieher machte. Unter Druck rückte diese mit Giulias Namen heraus. Giulia flüchtete sich ins Kirchenasyl, doch bereits damals verbreiteten sich Gerüchte schnell. Wer sie gesäht hat, ist unbekannt, aber da die Justiz nicht das Kirchenasyl brechen durfte, könnten aus dieser Richtung die Gerüchte gestreut wurden sein, dass sie das Wasser in den Brunnen vergiftet habe. Letztendlich schleifte ein Mopp aufgebrachter römischer Bürger sie aus der Kirche und somit aus dem sicheren Versteck. Erst unter Folter gestand sie die Beihilfe zum Mord in über 600 Fällen in 18 Jahren. Im Juli 1659 wurde Giulia Tofana, ihre Tochter Girolama Spera sowie zwei weitere Mitarbeiterinnen öffentlich hingerichtet.

Auch wenn wir nicht so viel über Giulia Tofana selbst wissen, so kann ich mir dennoch eine spannende Serie oder zumindest einen Film vorstellen, die sie und ihr Geschäft behandeln würde. Meinetwegen könnte ein Film auch mit eben jenem Geständnis beginnen und dann in Rückblenden erzählen, wie sie das Gift erfand und verkaufte und wie es dann zu ihrem Fall kam.


Margrete I. von Dänemark, Norwegen und Schweden

Künsterlische Darstellung Margretes von Hans Peter Hansen
Künsterlische Darstellung Margretes von Hans Peter Hansen basierend auf einem Abbild auf ihrem Sarg. | ©CC-PD

Margrete wurde als jüngstes Kind von König Waldemar IV von Dänemark und seiner Frau Helvig von Schleswig geboren. Als Zehnjährige wurde sie mit dem norwegischen König Håkon VI. Magnusson verheiratet, welcher ein Sohn des schwedischen Königs war. Ihre zukünftigen Reiche waren also versammelt, jetzt musste nur noch das Schicksal einmal ordentlich umrühren. Der erste Akt war, dass ihr Mann noch im Folgejahr seinen Thron in Schweden verlor an Albert von Mecklenburg, den jüngeren Bruder von Heinrich, dem Ehemanns ihrer Schwester Ingeborg. Verwandte, sie geben einem so viel zurück.

Margretes ältere Schwestern Margrethe (Namen wurden damals gerne recycled) und Katrine waren noch vor ihrer eigenen Geburt verstorben. Auch ihren Bruder Valdemar hatte es noch vorher dahin gerafft. Übrig geblieben waren Margrete, Ingeborg und ihr Bruder Christoffer. Christoffer verstarb im selben Jahr als Margrete Håkon heiratete. Somit blieb nur noch sie und ihre ältere Schwester Ingeborg übrig. Doch auch Ingeborg verstarb als Margrete gerade einmal 17 und gerade schwanger mit ihrem einzigen Kind Olaf war. Das nebenbei noch eine Pestepidemie die Lande beherrschte, machte es sicherlich auch nicht besser.

1375 verstarb Margretes Vater plötzlich und der Kampf um den dänischen Thron begann. Nun gut, Kampf ist vielleicht übertrieben, aber die Adeligen traten zusammen, um einen neuen König zu wählen. Zur Auswahl standen Ingeborgs und Heinrichs Sohn Albrecht, Margrete und Håkons Sohn Olaf oder eine neue Dynastie wählen. Margrete gelang es die Adeligen von sich und ihrem fünfjährigen Sohn zu überzeugen. Bei dessen Aufrufung als König bestand sie darauf, dass auch „rechtmäßiger Erbe von Schweden“ unter seinen Titeln waren. Was die liebe Verwandtschaft kann, konnte die 22jährige Margrete erst recht. Margete war es auch, die die Regentschaft für ihren Sohn übernahm. Zuerst nur über Dänemark, dann nachdem Tod ihres Mannes Håkon ab 1380 auch über Norwegen.

Zur gleichen Zeit waren die Bürger und Adeligen in Schweden nicht mehr ganz so glücklich mit ihrem König Albert. Unter anderem schrieben mächtige Adelige an Margrete, dass wenn sie ihnen helfe, sie Regentin über Schweden werden soll. Klingt doch gut. Leider lief es nicht ganz so rund, wie es hätte sein können. 1387 verstarb Olaf unerwartet im Alter von nur 17 Jahren ohne eigene Erben. Im März 1388 war es dann soweit und die schwedischen Adeligen stimmten Margretes Bedingungen zu und überließen ihr die Regentschaft sowie die Wahl des nächsten Königs. Albert jedoch wollte seine Enthronung nicht auf sich sitzen lassen und marschierte im nächsten Jahr in Dänemark ein. Die entscheidende Schlacht jedoch gewann Margretes Seite.

Abbildung der Krönung Eriks durch Margrete, wie sie im Pena Palast auf einem Fenster zu sehen ist
Abbildung der Krönung Eriks durch Margrete, wie sie im Pena Palast auf einem Fenster zu sehen ist. | ©CC-PD

Nun musste ein König her. Wie gut, dass Ingeborg nicht nur einen Sohn hatte, sondern zwei und Bogislaw kam Margrete da gerade recht. Gemeinsam mit seiner Schwester Katharina adoptierte sie ihn und er nahm den Namen Erik an. Margrete blieb seine Regentin, während er minderjährig war. 1397 wurde Erik gekrönt, nachdem Margrete die Kalmarer Union in die Wege geleitet hatte. Sie hatte allen drei Königreichen zugesichert, dass sie sich zwar einen König teilen, aber dennoch nach ihren eigenen Gesetzen und Bräuchen regiert werden würden. Diese Personalunion dauerte bis in die 1520er an, als Schweden seinen Unabhängigkeitskrieg gewann und die Vasas nun dort auf dem Thron saßen. Norwegen und Dänemark blieben noch weitere 300 Jahre in dieser Personalunion.

Obwohl Erik mit 18 für volljährig erklärt wurde und man ihm in allen drei Königreichen Respekt zollte, blieb die tatsächliche Herrscherin tatsächlich Margrete. Während ihrer Herrschaft holte sie alle Gebiete, die vor der Herrschaft ihres Vaters verloren wurden, wieder zurück ins dänische Reich. Sie führte ebenfalls eine Währungsreform durch. Um die Union zu festigen, befürwortete sie Ehen zwischen den Adeligen aller drei Länder und reiste selbst viel. Erst in späteren Jahren verbrachte sie mehr Zeit in Schweden. Margrete hatte gehofft mit einem Ehevertrag mit England für Erik und Katharina das nordische Großreich von Knut dem Großen wiederauferstehen zu lassen. England jedoch wollte die Ehen an eine Allianz gegen Frankreich im hunderjährigen Krieg knüpfen. Dies widersprach Margretes Grundsatz sich nicht in fremde Kriege einzumischen. Letztendlich heiratete Erik zwar Philippa von England, aber dies besiegelte nur ein Verteidigungsbündnis. Katharina hingegen wurde mit dem Pfalzgrafen von Neumarkt verheiratet und Margrete bekam einen süddeutschen Verbündeten gegen ihre norddeutschen Feinde.

1412 zog Margrete ein letztes Mal selbst in den Krieg. Sie wollte Schleswig zurückholen und erklärte Holstein den Krieg. Als sie im Oktober des selben Jahres an Debaten teilnahm, die endlich einen Fortschritt versprachen, schien noch alles gut. Doch als sie sich auf ihr Schiff im Flensburger Hafen zurückziehen wollte, erkrankte sie plötzlich schwer und verstarb.

Wie ihr seht, auch Margretes Leben bietet mehr als genug Stoff für eine mehrstaffelige Serie. Wenn es nach mir ginge, würde ich mir hier eine europäische Koproduktion von Schweden, Norwegen, Dänemark und Deutschland wünschen. Man arbeitet ja schon häufig bei Thrillern und Krimis zusammen, wieso also nicht mal die gemeinsame Geschichte erzählen?


Theophanu

Statue der Kaiserin Theophanu vor der Marktkirche in Eschwege
Statue der Kaiserin Theophanu vor der Marktkirche in Eschwege | ©Kirstin Weber (CC BY-SA 2.5)

Über Theophanus Leben vor ihrer Ehe mit Otto II. ist so gut wie nichts bekannt. Nicht mal ihre Eltern wurden in ihrer Heiratsurkunde angegeben. Sie wird lediglich als neptis, was sowohl Nichte als auch Enkelin heißen könnte, des byzantischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes bezeichnet. Da seine erste Ehe aber kinderlos blieb und seine zweite erst etwa 11 bis 16 Jahre nach Theophanus Geburtsjahr stattfand, kann sie nur seine Nichte sein. Der heutige Konsens ist, dass Theophanu wahrscheinlich keine blutverwandte Johannes war, sondern die Tochter seines Schwagers aus erster Ehe. Wie dem auch sei, wurde die 12, nach manchen Angaben auch schon 17jährige Theophanu mit Otto in Rom verheiratet und zur Kaiserin gekrönt.

Theophanu war aktiv im politischen Geschehen Ottos involviert. So taucht sie in etwa in einem Viertel aller Urkunden namentlich erwähnt. Otto verstarb unerwartet früh und politisches Chaos brach aus. Heinrich der Zänker entführte Ottos und Theophanus Sohn Otto III, da er sich als nächster männlicher Angehöriger als rechtmäßiger Vormund sah. Auf dem Reichstag 984 musste er Ottos aber seine Mutter zurückgeben, abe erst ein Jahr später wurden die Streitigkeiten endgültig beigelegt und Theophanu die Regentin ihres Sohnes. Gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter arbeitete sie daran die Herrschaft ihres Sohnes zu festigen. Theophanu signierte ihre Dokumente in männlicher Form als Kaiser und die Jahre in den Urkunden wurden mit Beginn ihrer Herrschaft gezählt, wobei hier das Jahr ihrer Eheschließung als Beginn genommen wurde.

Theophanu verstarb am 15. Juni 991 als Anfang bis Mitte dreißig Jährige. Sie war kurz zuvor schwer erkrankt. Ihr Werk wurde von ihrer Schwiegermutter weitergeführt, die von nun an die Regentin ihres Enkels war. Theophanus Leben könnte ich mir gut als Film oder Miniseries vorstellen. Leider gibt es bisher über sie nur eine Dokumentation, die man aber nur noch in recht schlechter Qualität auf Youtube finden kann.


Das wars heute auch schon wieder. Ich hoffe euch hat mein Beitrag gefallen und ich freue mich auf eure Kommentare. Welche Frauen verdienen laut euch ihren eigenen Film oder Serie? Schaut euch auch meinen vorherigen Beitrag zu sieben adeligen Frauen an, über die ich gerne eine Verfilmung sehen würde. Lustigerweise ist beinahe gleichzeitig bei Nicole von Smalltownadventure ein Beitrag über Frauen erschienen, die sie interessant findet, welcher sich wirklich lohnt zu lesen. Viele dieser Frauen hätte auch gut auf diese Liste gepasst, einige haben aber auch bereits Verfilmungen erhalten.

3 Kommentare

  • Nicole

    Wieder alles sehr interessante Frauen und ich muss gestehen, dass ich diesmal nicht alle kannte, aber Lust auf Serien/Filme hätte ich ja schon. Vor allem die Geschichte von Charlotte Wells, würde ja gut in den aktuellen Trend passen, weil das tätsächlich in Richtung Jane Austen gehen könnte, aufgrund der ganzen romantischen Geschichten, ich musste da gleich an „Sandition“ denken, das ich leider noch nicht gesehen habe, wobei das auch in Richtung „Reign“ gehen könnte – vilt. dann nur mit etwas mehr Fokus auf Fakten?

    Richtig spannend inszenieren könnte man aber definitv die Lebensgeschichte von Giulia Tofana, so wie du auch schreibst – könnte man das in Rückblicken erzählen und sozusagen den Zuschauer neugierig machen, wie es zu ihrer Festnahme führt und was sie dazu bewogen hat. Die Serie würde sich ja auch gut anbieten, um die Schicksaale unterschiedlicher Frauen zu erzählen, die in Ehen mit oft gewaltätigen oder lieblosen und gemeinen Ehemännern gefangen waren und deshalb verzweifelt. Das fände ich persönlich richtig interessant und so eine Mini-Serie oder Serie hätte in meinen Augen auch Erfolgspotenzial, wenn qualitativ hochwertig umgesetzt.

    Generell gibt es da halt so viele Frauen, die interessant sind. Ich würde mir wie gesagt weiterhin wünschen, dass man sich auch mal die Frauen aus dem alten Ägypten vornimmt – also nicht nur Cleopatra, wo ja kürzlich ein neuer Film bestellt wurde und einer weiterer sich noch in Entwicklung befindet – sonder da gab es ja noch so viele Herscherinnen, die aus der Geschichte getilgt und vergessen wurden. Da ja auch hier einige Fakten nicht bekannt sind bzw. viele Frauen ein Rätsel sind, hätte man ja auch viele kreative Freiheiten bei der Interpretation. Voraussetzung dafür wäre eben auch ein hohes Budget, damit das optisch dann auch funktioniert und natürlich Schauspieler die aus der Region kommen und passend gecastet sind. Aber das sollte ja heute kein Problem mehr sein.

    • BooksonFire

      Hallöchen Nicole,

      Sandition muss ich auch noch schauen und ja, ich glaube, es würde mega gut in den aktuellen Austen Trend passen und dabei immer noch junge Zuschauer abholen. Ich könnte mir das tatsächlich in einem Reign Stil vorstellen, da die Zielgruppe doch ziemlich gleich wäre. Aber ja, etwas näher an den historischen Fakten wäre dann schon nett.

      Deine Idee für Giulia Tofana finde ich richtig gut und wünschte gerade, dass ich die Verbindungen und Skills hätte so eine Serie auf die Beine zu stellen. Gut, das wünsche ich mir bei allen hier genannten Frauen, aber Giulias Leben bietet einem so viele künstlerische Freiheiten und weitere Geschichte, die man erzählen könnte. Ich hoffe ja, dass die Italiener da irgendwann mal rangehen. Ich meine, mit ihren Beteiligungen an Medici, Borgia und der Papstserie haben sie in den letzten Jahren echt ganz gute Sachen gemacht für den internationalen Markt.

      Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich bis heute nicht weiß, wie ich durch die Antike im Studium gekommen bin. Es ist einfach nicht meine Zeitepoche. Vielleicht aber auch weil so viel auf die Männer fokussiert wird. Auf den Cleopatra Film bin ich gespannt, wobei ich ja finde, dass Gal Gadot ein bisschen zu hübsch für Cleopatra ist, wenn man ihre Münzbilder kennt. Ich hätte mir aber tatsächlich noch lieber einen Film über Arsinoe IV gewünscht. So viele Menschen wissen gar nicht, dass Cleopatra eine jüngere Schwester hatte, die in dem ganzen Thronkonflikt keine kleine Rolle gespielt hat. Meistens setzen die Geschichten ja erst an, wenn Cleopatra bereits auf dem Thron sitzt.

      Liebe Grüße
      Sarah

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