10 Jugendbücher, deren Originaltitel und -cover sich stark von der deutschen Übersetzung unterscheiden - Teil 3
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[Bücher] 10 Bücher, deren Originaltitel und -cover sich stark von der deutschen Übersetzung unterscheiden – Teil 3

Bereits vor einigen Jahren habe ich zwei Beiträge zu Büchern und Hörbüchern geschrieben, deren deutsche Übersetzung sich in Titel und Cover so stark vom Original unterscheiden, dass man oft gar nicht erkennen würde, dass es sich um letztendlich die gleiche Geschichte handelt. Inzwischen ist einiges an Zeit vergangen und ich dachte, ich schaue mal wieder, welche Buchzwillinge eher wie entfernte Cousins und Cousinen aussehen.

„Flame in the Mist“ ist „Das Mädchen aus
Feuer und Sturm“ von Renée Ahdieh

"Flame in the Mist" ist "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" von Renée Ahdieh
Von links nach rechts: Amerikanische Hardcoverausgabe, britische Taschenbuchausgabe, deutsche Hardcoverausgabe.

Renée Ahdieh ist bereits zum zweiten Mal dabei. Erneut hat One sich entschieden, das Buch beziehungsweise die Buchreihe komplett anders zu vermarkten als der englische Verlag. Bei der ursprünglichen amerikanischen Hardcoverausgabe setzte man auf einen Phoenix und Wurfsterne, die auf den ersten Blick aussehen wie Blumen. Für den britischen Markt hat man sich hingegen entschieden, den japanischen Hintergrund des Buches mehr zu betonen. Also wurde eine Frau mit typisch asiatischen Gesichtszügen auf das Cover getan und ihr Gesicht mit Kirschblüten umrandet. One hat sich für den deutschsprachigen Markt hingegen für keines der beiden Konzepte entschieden, sondern setzt auf das Prinzip „Frau im wehenden Kleid“. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber die Coverlady wirkt auf mich zumindest so als hätte sie wenigstens asiatische Züge.

Persönlich gefällt mir das ursprüngliche Cover am besten, da es für mich gut zum Klappentext passt. Mariko steigt wie ein Phoenix aus der Asche aus ihrer patriarchialen Gesellschaft aus. Die Blumen, die traditionell eher als weiblich gedeutet werden, welche zu Wurfsternen werden, symbolisieren, dass hinter einer schöner Fassade auch ein gefährlicher Charakter stecken kann. Dass das Buch von der japanischen Kultur inspiriert wurde, kommt hier allerdings nicht ganz so gut hervor. Das macht das britische Cover besser. Aber sowohl das britische als auch das deutsche Cover vermitteln für mich nicht das, was der Klappentext ausdrückt. Ich würde von beiden ganz anderen Geschichten erwarten.

Flame in the Mist“ *, zu deutsch „Flamme im Nebel„, wäre für den deutschen Markt mit leichten Anpassungen eigentlich kein schlechter Titel gewesen. Wieso man sich für „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ * entschieden hat, verstehe ich persönlich nicht. Vielleicht muss man dazu aber auch das Buch gelesen haben.


„The Knife of Never Letting Go“ ist
„Die Flucht“ von Patrick Ness

"Chaos Walking 01 - The Knife of Never Letting Go" ist "New World 01 - Die Flucht" von Patrick Ness

Wer einmal einen englischsprachigen Booktuber gesehen hat, der wird vermutlich „The Knife of Never Letting Go“ von Patrick Ness* in deren Buchregalen gesehen haben. Zumindest war das noch so, vor ein paar Jahren. Ich habe ehrlich gesagt schon länger keine Booktubevideos mehr gesehen. In der deutschen Buchgemeinschaft habe ich das Buch allerdings so gut wie noch nie gesehen, außer einmal bei His & Her Books vor Jahren. Denn ja, es gibt eine deutsche Übersetzung: Die Flucht.

In Deutschland erschienen Band 1 bis 3 der „Chaos Walking“-Trilogie* als „New World“ * beim Ravensburger Verlag in den Jahren 2009 und 2010. Vermutlich liegt es vor allem am Veröffentlichungsdatum, dass die Reihe im deutschen Raum kaum bekannt ist, steckte unsere Onlinebookcommunity doch noch in den Kinderschuhen. Des Weiteren hat Ravensburger die Bücher auch nie als ebook veröffentlicht. Während es zu Band 1 und 2 noch Taschenbuchausgaben gab, erschien Band 3 „Das brennende Messer“ * nur als Hardcover. Ähnlich wie mit den Alterra- und Grischa-Büchern ist dieser recht selten und sein Preis schwankt extrem zwischen 40 und 120€ gebraucht.

2017 fanden Dreharbeiten für eine Verfilmung des ersten Bandes statt. Besetzt ist der Film unteranderem mit Tom Holland (Spiderman im Marvel Cinematic Universe*), Daisy Ridley (Rey in der neusten Star Wars* Trilogie) und Mads Mikkelsen (Hannibal*). Ursprünglich sollte der Film am 01. März 2019 in die amerikanischen Kinos kommen und einen Tag vorher in die deutschen. Jedoch verschoben sich die nötigen Nachdrehs auf Mitte 2019, da sowohl Holland als auch Ridley durch die Marvel und Star Wars Filme vorher keine Zeit fanden. Das neue Erscheinungsdatum war dann 2020. Der Starttermin wurde erneut verschoben, diesmal aufgrund der aktuellen Coronakrise. Momentan visiert man den 22. Januar 2021 für die USA und den 04. Februar 20201 für Deutschland an. Bisher ist noch kein offizieller Trailer zu „Chaos Walking“ erschienen. Vielleicht legt Ravensburger oder ein anderer Verlag zum Erscheinen des Films die Bücher endlich neu auf oder bringt sie wenigstens als ebook heraus.

Nachtrag:

Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass tatsächlich eine Neuauflage geplant ist. cbt bringt am 14. Dezember 2020 den ersten Band als Taschenbuch mit dem Titel „Chaos Walking“ * heraus.


„First Comes Love“ ist „Dylan & Gray“ und „First Comes Love – Liebe mich, wenn du dich traust“ von Katie Kacvinsky

"First Comes Love" ist "Dylan & Gray" und "First Comes Love - Liebe mich wenn du dich traust" von Katie Kacvinsky
Von links nach rechts: Englische Hardcoverausgabe, englisches Taschenbuch, deutsches Hardcover, deutsches Taschenbuch.

Als ich 2013 mit Bloggen anfing, war „Dylan & Gray“ von Katie Kacvinsky* gefühlt überall zu sehen. Ich dachte immer, dass es ein Einzelband gewesen sei, aber ich lag falsch. Auf Englisch erschien von 2012 bis 2014 die „First Comes Love“-Trilogie*. Boje hat allerdings die Buchreihe nie weiterübersetzt. Nun kam in den letzten Jahren ja die New und Young Adult Welle über uns. Die Geschichte von Dylan und Gray passt dort eigentlich perfekt rein. So oder so ähnlich muss auch One gedacht haben, als sie beschlossen im April 2019 „Dylan & Gray“ * neuaufzulegen. Diesmal wählte man den Originaltitel, vermutlich weil viele andere New und Young Adult Titel momentan auch englische Titel haben. Hinzu kam noch der Untertitel oder vielleicht Titel des ersten Bandes „Liebe mich, wenn du dich traust“ *. Ganz sicher bin ich mir da nicht, da zum jetzigen Zeitpunkt (April 2020) nirgends eine geplante Übersetzung von „Second Chance“ * zu finden ist. Zumindest wurde auch das Cover noch geupdatet und fertig war die Wiederauflage als Taschenbuch von „Dylan & Gray“ *.

Während man zwischen dem englischen Original und der aktuellen deutschen Taschenbuchausgabe vom Titel her aufeinander schließen kann, ging das bei der ursprünglichen Ausgabe gar nicht. Es sei denn man kannte die Namen der Protagonisten. Jedoch lässt sich von der deutschen Neuauflage auch nicht darauf schließen, dass es eben genau das ist: Eine Neuauflage. Ich habe es auch nur rausgefunden, weil ich recherchiert habe, was „Dylan & Gray“ * gebraucht momentan kostet und ich ausversehen bei amazon auf Taschenbuchausgabe geklickt habe. In einer Buchhandlung hätte ich das wohl nicht mitbekommen. Es scheint auch keinen Hinweis im Klappentext o.ä. darauf zu geben, dass „First Comes Love – Liebe mich, wenn dich traust“ * und „Dylan & Gray“ * die selbe Geschichte in zwei unterschiedlichen Verpackungen ist.


„Awaken“ ist „Die Rebellion
der Maddie Freeman“ von Katie Kacvinsky

"Awaken" ist "Die Rebellion der Maddie Freeman" von Katie Kacvinsky

Und noch einmal Katie Kacvinsky, denn anscheinend sind die Titel und Cover ihrer Bücher einfach nicht für den deutschen Markt gemacht. Maddie Freeman* war eine der Reihen, die man damals auf der Höhe der Dystopienwelle auch überall sah. Erst Jahre später schaute ich mal nach, welches englische Buch eigentlich dahinter steckte. Als ich „Awaken“ * sah, dachte ich erst, ich hätte mich geirrt, aber nein, „Die Rebellion der Maddie Freeman“ * und „Awaken“ * sind ein und dieselbe Geschichte mit verschiedenen Titeln und Covern.

Das englische Cover erinnert mich persönlich eher an einen Thriller als eine Dystopie, die sich damit beschäftigt, was passiert wenn eine Welt komplett online arbeitet. So wie wir momentan. Eigentlich ist es also kein schlechter Zeitpunkt, die Bücher genau jetzt zu lesen. Zumindest mich sprechen die deutschen Cover mehr an. Und das obwohl sie nachdem Schema großes Gesicht und kleine Szenerie am unteren Bildrand aufgebaut sind. Mit den Lichtreflexen und der generellen Gestaltung, erinnert es eher an digitale Medien als nun das Cover von „Awaken“.

Interessant finde ich übrigens, dass die französische Ausgabe „La révolte de Maddie Freeman“ * sich am deutschen Cover und Titel orientiert. So weit mein Französisch reicht – und das ist nicht weit – ist der Titel eine eins zu eins Übersetzung des deutschen. Das Cover hingegen scheint mir exakt das selbe zu sein, wie von „Maddie – Der Widerstand geht weiter“ *. Leider haben die Franzosen die Reihe nach Band 1 nicht weiterübersetzt. Es wäre spannend gewesen zu sehen, ob sie weiter sich an den deutschen Covern und Titeln orientiert hätten oder nach Band 1 eigene Wege gegangen wären.


„The Gentleman’s Guide to Vice and Virtue“ ist „Cavaliersreise – Die Bekenntnisse eines Gentlemans“ von Mackenzi Lee

"The Gentleman's Guide to Vice and Virtue" ist "Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentlemans" von Mackenzi Lee

Im englischen Raum ist „The Gentleman’s Guide to Vice and Virtue“ * inzwischen zu einer ganzen Reihe um die Montague-Geschwister geworden. Doch weder „The Lady’s Guide to Petticoats and Piracy“ * noch „The Nobleman’s Guide to Scandals and Shipwrecks“ * wurden bisher übersetzt beziehungsweise als Übersetzung angekündigt.

2017 wurde der erste Band als „Cavaliersreise – Die Bekenntnisse eines Gentlemans“ * vom Carlsen Imprint Königskinder nach Deutschland geholt. Ich hab es zwar im Regal stehen, aber ich muss sagen, dass ich vom Titel her doch zuerst an einen Erotikroman und nicht an ein historisches Jugendbuch mit bisexuellem Protagonisten gedacht habe. Auch die linke Seite vom Cover ging für mich eher in Richtung Erotik. Dass mein Eindruck nicht ganz stimmen kann, habe ich nur bemerkt, weil es eben ein Buch aus dem Königskinder Imprint war, welches nicht für solche Bücher bekannt war.

Aber warum wurde bisher nicht weiterübersetzt? Die Frage kann wohl nur Carlsen beantworten. Meine Vermutung sind zwei Gründe: 1. Schlechte Verkaufszahlen und 2. die Einstellung des Königskinder Imprints. Ersteres könnte man durch eine Neuauflage mit neuem Cover und neuem Titel nochmal versuchen gerade zu biegen, aber für den zweiten Punkt wird es schwierig. Natürlich könnte die Reihe ins Hauptprogramm oder zu einem anderen Imprint wechseln. Mir persönlich würde allerdings kein Imprint einfallen, in welches die Geschichte passen würde, und auch das Hauptprogramm hat eher einen anderen Fokus. Dennoch hoffe ich, dass man sich irgendwann nochmal entschließt die Reihe neuaufzulegen. Das Carlsen auch Titel ins Programm nimmt, mit denen man nicht mehr auf Deutsch rechnet, haben sie ja mit „Die Schatten von Valoria“ * bewiesen. Der dritte und letzte Band „The Winner’s Kiss“ * war bereits seit zweieinhalb Jahren auf dem englischen Markt als der erste Band als „Spiel der Macht“ * in Deutschland erschien.


„Blood Heir“ ist „Herz aus Blut und Asche“
von Amélie Wen Zhao

"Blood Heir" ist "Herz aus Blut und Asche" von Amélie Wen Zhao
Von links nach rechts: Vereinigte Staaten, Großbritannien, Deutschland.

„Blood Heir“ von Amélie Wen Zhao ist der eigentlich Grund, warum ich diesen Beitrag jetzt schreibe. Ich wurde darauf hingewiesen, dass entgegen meiner Annahme, bereits eine deutsche Übersetzung für August 2020 geplant sei. Ich schaute also nach und stellte überrascht fest, dass dies stimmt, aber ich anhand des Covers und der Titels „Herz aus Blut und Asche“ * das niemals sofort erkannt hätte.

Tatsächlich hat „Blood Heir“ bereits im Englischen zwei sehr unterschiedliche Cover. Der amerikanische Ursprungsverlag Delacorte Press entschied sich auf die Inspiration der russischen Geschichte und Kultur anzuspielen. So sieht man die typische Dächer, welche man von russisch-orthodoxen Kirchen kennt und mit dem russischen Baustil verbindet. Zugleich ist das Cover auch in kühlen Tönen gehalten, da man mit Russland oft Kälte assoziiert. Das passt da Cyrilia an Russland angelehnt ist.

In Großbritannien hingegen entschied sich HarperCollins wohl dafür, dass man mehr auf das Blut im Titel eingehen sollte. Nachdem lesen von „Blood Heir“ fände ich das Cover tatsächlich etwas passender für den zweiten Band „Red Tigress“ *. Dies ist übrigens auch die Version, die ich am häufigsten auf instagram sehe. Ich habe zuerst gar nicht erkannt, dass es ein und das selbe Buch ist und dachte, dass das aber komisch ist, das zwei Bücher mit dem gleichen Titel im selben Jahr erscheinen.

Heyne hat sich übrigens für keines der beiden Cover entschieden, sondern dafür ein eigenes gestalten zu lassen. Ich bin vom Ergebnis leider ziemlich enttäuscht. Es sieht aus wie jedes andere Fantasybuch. Tatsächlich kommt es mir sogar ein bisschen veraltet vor und könnte aus den späten 2000ern oder frühen 2010ern stammen. Mir würde es in der Buchhandlung so nicht auffallen. Auch der Titel „Herz aus Blut und Asche“ * holt mich nicht ab. Ich frage mich auch, wofür der Asche teil stehen soll. Blut spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte, aber Asche passt für mich nicht wirklich. Wenn man keinen englischen Titel wollte, warum nicht „Bluterbe„, „Bluterbin“ oder „Erbin des Blutes„?


„Reign of Shadows“ ist „Die wahre Königin“ von Sophie Jordan

Hättet ihr es erkannt? Ich auch nicht auf den ersten Blick. Wenn man etwas nachdenkt, erkennt man den Zusammenhang zwischen „Reign of Shadows“ *, zu deutsch „Herrschaft der Schatten„, und „Königreich der Schatten“ *. Schatten ist, genauso wie Asche, Feuer und Blut, aber so ein häufiger Begriff in der Fantasy, dass einem das leicht mal entgehen kann.

Mir gefallen beide Designs eigentlich ganz gut. „Reign of Shadows“ * hätte mich vermutlich nicht im Laden angelockt, da ich hier eher an einen Thriller gedacht hätte als an einen Fantasyroman. Geschweige denn eine Rapunzeladaption, so wie ich gehört habe. „Die wahre Königin“ * hingegen hätte mich sofort animiert den Klappentext zu lesen. Allein schon, da aus der Blume eine Art Krone erwächst. Dazu dann noch der Titel, welcher auf Adel hinweist. Ich würde sagen, dass es von HarperCollins genau die richtige Entscheidung war, das Cover für den deutschen Markt anzupassen. „Reign of Shadows“ * ist zwar schön, aber zeigt wenig vom Inhalt. Das deutsche Cover hingegen bricht grob herunter, was man erwarten kann, ohne allzu viel zu verraten.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis von mir. Protagonistin Luna ist blind. Ich habe das Buch vor Ewigkeiten nur mal angelesen, allerdings war es bereits in den ersten Kapiteln sehr interessant zu verfolgen, wie sie sich auf ihre anderen Sinne verlassen muss. Das Repräsentation immer wieder ein großes Thema ist, wollte ich nochmal extra darauf hinweisen. Zumal es sich um eine Geschichte handelt, die in einem bisher dafür eher untypischen Genre angesiedelt ist.


„Wither“ ist „Totentöchter – Die dritte Generation“ und „Land ohne Lilien – Geraubt“ von Lauren DeStefano

"Wither" ist "Totentöchter - Die dritte Generation" und "Land ohne Lilien - Geraubt" von Lauren DeStefano

Lauren DeStefanos „Chemical Garden“-Trilogie hat mich schon immer von den Covern und der Geschichte her gereizt. In Deutschland veröffentlichte cbt den ersten Band mit dem Titel „Die dritte Generation“ * und dem Reihennamen „Totentöchter„. Leider war das Buch nicht erfolgreich genug, um die Reihe weiter übersetzen zu lassen. Ich glaube, dass das nicht mal an der Geschichte lag oder am Cover, welches nur eine abgewandelte Version des Originals ist. Meine Vermutung ist der Titel. „Die dritte Generation“ * klang für mich damals als wäre es bereits der dritte Band einer Reihe und nicht der Auftakt. Sicherlich ging das nicht nur mir so.

cbt entschied dann drei Jahre später der Reihe als Taschenbuch nochmal eine Chance zu geben. Die Reihe wurde umbenannt in „Land ohne Lilien“ und der Titel zu „Geraubt“ * geändert. Auch ein neues Cover wurde gestaltet. Nichts wies mehr auf eine Verbindung zu „Totentöchter“ oder „Wither“ hin. Diesmal schaffte es die Reihe bis Band 2 als Taschenbuch. „Fever“ * kam als „Geflohen“ * am 14. Juli 2014 auf den Markt. Band 3 „Sever“ * kam 2015 mit dem Titel „Gefangen“ * nur noch als ebook heraus. Letzteres wusste ich bis ich für diesen Beitrag recherchiert habe auch nicht. Ich dachte, dass die Reihe nach Band 2 erneut eingestellt wurde. Interessanterweise gibt es Band 1 nicht als ebook, weshalb man die Reihe wohl oder übel als Print anfangen muss, wenn man auf Deutsch lesen möchte.

Ich verstehe allerdings nicht, weshalb die Reihe in Deutschland nie wirklich erfolgreich wurde. Vielleicht lag es an den Covern? Die neuen erinnern mich eher an einen Jugendthriller und weniger an eine Dystopie, in der Frauen nur 20 und Männer nur 25 Jahre alt werden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es an der Geschichte selbst liegt. „Das Juwel“ von Amy Ewing schlägt in eine ähnliche Kerbe und muss so lukrativ gewesen sein, dass sich sowohl Hardcover als auch Taschenbuchveröffentlichung gelohnt haben. Was glaubt ihr? Weshalb konnte die „The Chemical Garden„- beziehungsweise „Totentöchter„- und „Land ohne Lilien„-Trilogie sich bei uns nie etablieren?


„Wicked“ ist „Wicked – Eine Liebe
zwischen Licht und Dunkelheit“
von Jennifer L. Armentrout

"Wicked" ist "Wicked - Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit" von Jennifer L. Armentrout

Obwohl sogar der Titel übernommen wurde, hätte ich nicht erkannt, dass „Wicked“ * und „Wicked – Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit“ * die gleiche Geschichte sind. Während für mich bei der englischen Variante eigentlich recht klar ist, dass sich das an die Leserschaft 16+ richten soll, wirkt die deutsche Version wie ein harmloses Jugendbuch. Nun gut, ich habe die Geschichte selbst nicht gelesen, aber der englische Klappentext lässt doch schon eher darauf schließen, dass es sich um eine New Adult Geschichte handeln soll.

Es ist natürlich persönlicher Geschmack, aber mir gefällt das deutsche Cover leider gar nicht. Das Grün des Hintergrunds und das Pink der Schrift beißen sich. Der goldene Flügel erinnert auch mehr an ein Insekt als an ein übernatürliches Wesen. Es wirkt auf mich recht lieblos zusammengeworden. Anscheinend hat das Buch aber dennoch Leser gefunden. Vielleicht lag es am Namen der Autorin oder ich habe hier nicht den Mehrheitsgeschmack. Zumindest wurden die weiteren beiden Bände auch noch übersetzt und die Zusatzgeschichten* nicht nur in digitaler, sondern auch in Printform veröffentlicht.

Die englischen Cover hingegen sagen nichts über die Geschichte aus. Allerdings empfinde ich sie ästhetisch wesentlich ansprechender. Was mich eigentlich aber viel mehr stört, ist dass ein New Adult Buch in Deutschland als Jugendbuch vermarktet wurde. Zumindest erinenrt das Design ziemlich stark an dieses Genre und ich bin der Meinung, dass ich die Bücher der Reihe auch oft gemeinsam mit der Jugendfantasy habe im Laden liegen sehen.


„The Luxe“ ist
„Die Prinzessinnen von New York“
und „Scandal“ von Anna Godbersen

"The Luxe" ist "Die Prinzessinnen von New York" und "Scandal" von Anna Godbersen

Wie auch „The Knife of Never Letting Go“ stand „The Luxe“ * gefühlt im Regal jedes amerikanischen Booktubers, als ich noch deren Videos geschaut habe. Tatsächlich hat ullstein nur vier Monate nach dem amerikanischen Erscheinungstermin 2008 schon die deutsche Übersetzung auf den Markt geworfen. Hier hieß der erste Band dann „Die Prinzessinnen von New York„*, was auch zum deutschen Reihentitel wurde. „Rumors“ * erschien als „Ballgeflüster“ * und „Envy“ * als „Geheime Liebschaften“ *. Die amerikanischen Cover wurden übernommen und minimal angepasst. Doch eine Übersetzung des letzten Bandes „Splendor“ * ließ auf sich warten. Letztendlich erschien sie nie.

Letztes Jahr legte LYX die Reihe dann neu auf. Man entschied sich gegen die amerikanischen Cover, die inzwischen auch durch neue Taschenbuchcover ersetzt wurden waren, und stattdessen dafür selbst welche gestalten zu lassen. Auch bei den Titeln entschied man sich gegen die Originaltitel und setzte stattdessen auf englische Ein-Wort-Titel. Nur der Reihenname „Die Prinzessinnen von New York“ durfte bleiben. Persönlich finde ich das Redesign gelungen und passend in die aktuelle Young und New Adult Welle. Es sind keine Cover bei denen ich vor Innovation staune, aber sie vermitteln, was man erwarten kann und sprechen vermutlich die Zielgruppe genau an. Ein bisschen Beifang wird man durch den Titel auch noch haben, da Fans von Geschichten in der Upper Class mitangesprochen werden.

In der Neuauflage wird diesmal auch „Splendor“ * mitübersetzt. Es erscheint am 30. April 2020 als „Scandal“ *. Während man für Band 1 bis 3 die ullstein Übersetzung von Franziska Weyer übernommen hat, wurdeScandal“ * von Ralf Schmitz – ich vermute mal nicht der Komiker – übersetzt. Wie gefällt euch die deutsche Neuauflage?


Das war es auch schon wieder von mir. Kennt ihr noch weitere Übersetzungen, die sich drastisch in Cover und Titel vom Original unterscheiden? Ich habe ja, wie schon anfangs erwähnt, vor ein paar Jahren schon mal zwei Listen veröffentlicht zum selben Thema. Schaut also doch mal vorbei, ob ihr dort nicht auch noch ein paar erstaunliche Buch und Hörbuch Zwillinge findet.

17 Kommentare

  • Josia Jourdan

    Hello

    Das war ja mal ein interessanter Beitrag. Ich kriege solche Veränderungen eigentlich nur mit, wenn ich Boooktube schaue und dann da ein Buch auf Englisch entdecke, dass auf Deutsch komplett anders aussieht.

    Herzlich
    Josia

    #Litnetzwerk

    • BooksonFire

      Hallo Josia,

      da ich dank Twitter zwischen den beiden Spheren immer hin und her springe, passiert mir das tatsächlich öfter. Erst letzte Nacht hatte ich eine „Offenbarung“, dass Carlsens Neuerscheinung „Ein Kleid aus Seide und Sternen“ das Buch ist, welches ich gerade auf Englisch lese: „Spin the Dawn“.
      Mir fehlt jetzt nur noch ein weiteres Beispiel für einen vierten Teil dieser Reihe. Angefangen neu zu sammeln habe ich erst, als dieser Beitrag hier vor kurzem erschien.

      Liebe Grüße
      Sarah

      • mel_booklover

        Hi Sarah.
        Ich frage mich oft was sich die Verlage dabei denken Titel und Cover zum Teil so zu verändern.
        Oft gefallen mir die Originale besser.
        Und wie du schon sagst merkt man dadurch manchmal gar nicht, dass man eine deutsche Neuerscheinung vielleicht schon im Original gelesen hat.
        Zumal mich die Cover mit Frau im wehenden Kleid in Rückansicht so gar nicht ansprechen.

        Liebe Grüße
        Melanie

        #litnetzwerk

        • BooksonFire

          Hallöchen Melanie,

          gegen Frauen mit im Wind wehenden Kleidern habe ich persönlich nichts, sofern es gut gemacht ist. So wie bei allen Tropes eigentlich.
          Aber genau das, was du beschreibst, ist mir erst diese Woche passiert. Ich habe „Spin the Dawn“ gelesen und regelmäßig „Ein Kleid aus Seide und Sternen“ zuvor schon gesehen. Erst vor zwei Tagen fiel mir auf, dass der Name der Autorin ja gleich ist. Und dann machte es Klick. Im deutschen Cover findet man nichts mehr davon, dass die Geschichte von der chinesischen Kultur und Geschichte inspiriert sein soll.

          Liebe Grüße
          Sarah

  • Emma Zecka

    Hi Sarah,

    vielen Dank für diesen spannenden Beitrag.
    Da ich keine fremdsprachigen Bücher lese, weiß ich oft gar nicht, wie die Titel im Original heißen, bzw. welche Cover sie haben.
    Vielleicht hängt die andere Vermarktung auch einfach mit Lizenzen zusammen. Vielleicht ist die Lizenz für das riene Manuskript schon teuer genug und das Cover würde z.B. nochmal extra Geld kosten. (Naive Gedanken eines Booknerds 🙂 ).
    Was ich aber besonders spannend fand ist, dass es offenbar noch kein Standard ist eBooks von Romanen zu veröffentlichen. Ich dachte gerade in der Unterhaltungsliteratur ist das eBook als Medium inzwischen etabliert.
    Was mich besonders gefreut hat ist, dass es offenbar weitere Titel von Sophie Jordan gibt. Ich habe vor ein paar Jahren Band 1 von „Infernale“ gehört und war von dem Hörbuch sehr begeistert. Leider wurden die Folgebände aber nicht produziert. Allerdings habe ich auch schlechte Rezensionen zu den Folgebänden gelesen.

    viele Grüße

    Emma

    • BooksonFire

      Hallo Emma,

      das mit Lizenzen stimmt schon, wobei man hier bedenken muss, dass man dann wieder ein Cover hierzulande in Auftrag geben muss, die auch nicht gerade günstig sind. Und ebooks scheinen erst so in den letzten 5 Jahren wirklich zum Standard geworden zu sein. Aber auch da können Verträge auslaufen. Manche frühe im.press ebooks gibt es zum Beispiel auch nicht mehr. Zumindest kann ich weder „Meyruka“ noch „Darian & Victoria“ in den Onlineshops finden.
      Von Sophie Jordan wollte ich tatsächlich immer mal etwas lesen, aber bin immer noch nicht dazu gekommen.

      Liebe Grüße
      Sarah

  • Kerstin

    Liebe Sarah,
    eine tolle Gegenüberstellung hast du da gemacht. Ich bin immer wieder fasziniert, wie die Titel vom Original zur Deutschen Übersetzung doch verändert werden. Da bringen einem auch englisch Kenntnisse nichts, um einen Zusammenhang zwischen dem Original und der Übersetzung herzustellen. Die unterschiedlichen Cover kann ich ja noch zum Teil verstehen, da die Deutschen nicht unbedingt den gleichen Geschmack haben, wie die Amerikaner oder auch Briten. Aber so einen ganz anderen Titel zu wählen finde ich seltsam.

    Ich selbst habe mir mal alle Bücher von Susan Elizabeth Phillips angeschaut. Die amerikanischen Cover sagen mir so gar nicht zu. Die Deutschen finde ich da etwas ansprechender gestaltet. Wobei auch nicht jedes Buch. Die Übersetzung der Titel ist grausam. Mein Lieblingsbuch der Autorin heißt im Original „Nobody’s Baby But Mine“ und im deutschen „Bleib nicht zum Frühstück“. Wobei ich gestehen muss, der deutsche Titel war ausschlaggebend, dass ich das Buch gekauft habe. Doch der Inhalt der Geschichte wird von dem Originaltitel viel besser wiedergegeben.

    Das Thema finde ich immer wieder spannend. Vor allem auch welche Marketing Strategie dahinter steckt.

    LG Kerstin

    • BooksonFire

      Hallo Kerstin,

      du wirst es kaum glauben, aber ich habe schon wieder fast genug Beispiele zusammen für einen vierten Teil. Meistens bemerke ich es tatsächlich wirklich nur über die Autoren- und Autorinnennamen. Klar der deutsche Geschmack ist anders, aber manchmal denke ich auch, dass Verlage lieber versuchen auf einen Trendzug aufzuspringen und dann Titel und Cover ändern, um möglichst viel Gewinn herauszuholen. An sich sind es Wirtschaftsunternehmen, da geht halt Geld vor Kunst. Manchmal ist es eine gute Idee und manchmal frage ich mich, was man sich dabie gedacht hat.

      Liebe Grüße
      Sarah

  • Nenatie

    Hallo Sarah,
    ein toller Beitrag! Über die deutsche Version von „Flame in the Mist“ konnte ich auch nur den Kopf schütteln, wie kann man einen Titel und das Cover sowas von unpassend machen?
    Bei Randomhouse passiert das auch leider viel zu oft! „Herz aus Blut und Asche“ klingt leider echt nach dem tausendsden 0815 Romantasy Buch. Sehr schade. Hätte mich nicht die englische Ausgabe schon neugierig gemacht dann hätte ich die deutsche Ausgabe wohl voll ignoriert.

    LG

    • BooksonFire

      Hallöchen,

      ich glaube bei Random House fällt uns das nur so sehr auf, weil das so unheimlich viele Verlage unter einem Dach sind. Aber ich stimme dir definitiv zu. Besonders bei „Herz aus Blut und Asche“ bin ich etwas verwirrt. Den Titel eines Romantasyromans, aber das Cover eines 2000er High Fantasyromans. Wen genau möchte man jetzt damit eigentlich ansprechen?

      Liebe Grüße
      Sarah

  • RoXXie SiXX

    Hallo liebe Sarah,

    ich finde es haaresträubend, wenn die deutschen Titel überhaupt nichts mehr mit den Originaltiteln zu tun haben.
    Oft hält mich das sogar davon ab, die deutsche Ausgabe zu kaufen, hingegen aber das Original (sollte es in Englisch sein) oder die englische Ausgabe (bei einer anderen Originalsprache) zu besorgen.
    Ich weiß auch nicht, wieso ich da so bin. Es ist einfach so.

    Liebe Grüße,
    RoXXie

    • BooksonFire

      Hallöchen RoXXie,

      ab und zu verstehe ich, was man sich dabei gedacht hat. Maddie Freeman zum Beispiel ergibt für mich vollkommen Sinn, aber bei „Blood Heir“ und „Flame in the Mist“ hätte man wesentlich näher am Original bleiben können.

      Liebe Grüße
      Sarah

  • Elena

    Hallo Sarah,

    der Beitrag war für mich jetzt eine ziemliche Zeitreise, da dort viele Bücher dabei waren, die ich zu Beginn meiner Buchbloggerzeit gelesen oder zumindest interessiert angeschaut habe. Bei einigen kannte ich auch schon die abweichend gestaltete deutsche Übersetzung, aber nicht bei allen.

    Einer der Gründe, warum ich mittlerweile fast nur noch auf Englisch lese, ist ja, dass mir die britischen bzw. us-amerikanischen Cover und Titel meistens viel mehr zusagen. Bei der deutschen Übersetzung von Klappentext und den Redesigns werden oft genug Bücher in so eine „Rosa-Romanzen“-Richtung gedrückt, obwohl das gar nicht der Inhalt ist und mich das Thema mal so gar nicht interessiert.

    Ich persönlich fand „Wither“ nicht so mega und die anderen Teile sollen langweiliger gewesen sein, so dass ich sie erst gar nicht gelesen habe. Generell haben mich die gezeigten Bücher, sofern gelesen, nicht überzeugt, weshalb ich keine Reihe fortgesetzt habe.

    Viele Grüße
    Elena

    • BooksonFire

      Hallöchen Elena,

      so ging es mir beim Schreiben auch. Ich habe ja 2013 angefangen und dachte mir dann zwischendrin, dass ich bei vielen damals gehypten Büchern gar nicht weiß, wie das Orginal eigentlich aussieht und heißt.

      Ich kann dir beim deutschen Buchmarkt nur zustimmen. Da wird immer alles auf die Liebesgeschichte reduziert und das schreckt mich oft ab. Ich schaue dann lieber nach den englischen Ausgaben. Meine Hoffnungen, dass irgendwann „The Shadows Between Us“ von Tricia Levenseller übersetzt wird, sind gering. Es passt zu wenig in diese rosarote Welt, dabei ist es gerade deswegen für mich so gut gewesen.

      Ich persönlich mochte „Wither“ tatsächlich ganz gerne und bin gespannt, wie es weitergeht. Vielleicht bin ich bei der Reihe aber auch etwas milder als sonst, weil sie halt schon von 2011 ist und ich ihr deswegen ein paar mehr klassisch gestaltete Tropes zugestehe, die bei einer heutigen Neuerscheinung ausgelutscht wären.

      Liebe Grüße
      Sarah

  • Kat @ Kat from Minas Morgul

    Huhu 🙂
    ich liebe ja solche Beiträge, ich schaue mir gleich mal noch Teil 1& 2 deiner Reihe an 🙂 Mir fällt sowas immer erst ziemlich spät auf, meist erst wenn ich mal wieder durch die Buchhandlung schlendere und wirklich auf deutsche Bücher achte. Da ich hauptsächlich auf Englisch lese, bekomme ich von deutschen Übersetzungen meist erst auf Blogs oder Bookstagram wirklich etwas mit. Ich weiß nicht, ob du das schon in anderen Beiträgen behandelt hattest, aber mir fällt spontan zum Beispiel noch An Ember in the Ashes von Sabaa Tahir ein 🙂
    Liebste Grüße
    Kat

    • BooksonFire

      Hallöchen Kat,

      ich lese inzwischen ja auch sehr viel auf Englisch (siehe meine letzten Rezensionen), aber halt auch noch einiges auf Deutsch. Bei mir ist es tatsächlich meist auch Instagram oder amazon, wodurch mir neue Übersetzungen auffallen. Und ich hätte bis eben Stein und Bein geschworen, dass ich Sabaa Tahirs Bücher bereits auf der Liste hatte, aber tatsächlich habe ich die bisher geskippt. Kommen dann direkt in Teil 4. Tatsächlich habe ich damit auch schon wieder 10 Beispiele voll. Zeit für Teil 5 zu sammeln 😀

      Liebe Grüße
      Sarah

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